Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 2/2002 |
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Pfarrblattartikel Juni-August 2002Artikel:Es gibt die rechte Zeit für jedes Geschehen (Koh. 8,6)Der am 17. März 2002 gewählte Pfarrgemeinderat ist der vierte der Pfarre Breitenfeld; er ist auch der vierte, dem Pfarrer Mag. Elmar Mayer vorsteht. Der erste Pfarrgemeinderat, gewählt am 23. März 1987, bestand aus 14 Mitgliedern, zwei hauptamtlichen Mitarbeitern, dem Vorsitzenden Pfarrer Mag. Elmar Mayer und dem Stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Wolfgang Zischinsky. Breitenfeld demonstrierte mit der Aktivistenrunde, dem katholischen Bildungswerk, der Frauenrunde und einem Seniorenklub lebendiges Pfarrleben. Verschiedene Jugendgruppen unter der Leitung von Gerald Gump zeigten viel Bereitschaft und groß es Interesse. Mit Antritt der neuen Organistin, Mag. Maria Prochazka, im August 1988, erfuhr die musikalische Gestaltung der Messen und Andachten eine positive Entwicklung. Am 8. Oktober 1988 gab es den ersten Flohmarkt rund um die Kirche, der bis heute nicht mehr aus Breitenfeld wegzudenken ist. 1989 war dann der Beginn der Mü tterseminare und der Kinder-Wortgottesdienste. Kindergruppen ü bernahmen eigene Andachten, Jugendgruppen die Frühschicht-Messen in der Advent und Fastenzeit. Die Ministrantengruppen gestalteten 1989 die erste Ministranten-Festmesse mit Ministrantenweihe. Das erste Pfarrfest im Juni 1989 bildete den krönenden Abschluss des Arbeitsjahres. 1990 wurde eine Partnerschaft mit einer Pfarre im tschechischen Trebic geschlossen. Ebenso gab es das erste Pfarrcafe, und die Fronleichnams-Prozession wurde wieder über den Gürtel in den 16. und 17. Bezirk geführt. Mit der Konstituierenden Sitzung des zweiten PGR vom 4. Mai begann eine neue Periode des PGR. Für diese wurde Frau Monika Kolbe zur Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Einen Schwerpunkt setzte der Einzug der bosnischen Flüchtlinge in das Pfarrhaus im Juni 1992 und prägte das Pfarrleben bis zum Ende dieser PGR-Periode. Die Welle der Hilfsbereitschaft der Breitenfelder war umwerfend. 25 Personen lebten von 1992-1997 als Gäste in Breitenfeld. 1992 wurde die erste Krankenfestmesse mit Krankensalbung gefeiert. Zum Jahreswechsel 92/93 bevölkerten 720 junge Teilnehmer des Taize Jugendtreffen Breitenfeld. 1993 wurde Prof. Dr. Max Angermann zum Diakon geweiht und am 12. Februar von Bischofsvikar Msgr. Anton Berger in sein Amt in Breitenfeld eingeführt. 1994 wurde die Kinderecke beim Herz Jesu-Altar eingerichtet, der erste Bücher- und Spielzeug-Flohmarkt er öffnet und am 25. Juni 1994 wurde Mag. Gerald Gump (PGR Mitglied seit 1987) zum Priester geweiht. Die erste Fuß- und Bus-Wallfahrt nach Mariazell wurde vom 22.-26. August 1995 unternommen. Am 1. September 1995 trat Stephane Mwanza Mpongo aus Zaire (ehem. Kongo) seine Stelle als Kaplan an. An den Kindermessen, Kinderwortgottesdiensten, Rorate-Messen und den "rhythmischen Messen" nahmen Kinder und Jugendliche regen Anteil. Viele der von Laien organisierten und getragenen Gebetsandachten sowie Festveranstaltungen sind in dieser Zeit entstanden. Die 3. Periode des PGR begann nach der Konstituierende Sitzung am 11. April 1997. Frau Mag. Monika Kolbe wurde als Stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt und nach ihrem Dienstantritt als Pastoralassistentin 1999 von Mag. Dieter Böhm abgelöst. Diese Periode ist geprägt von der zu Ende gehenden Innenrenovierung, der Gestaltung der 100 Jahr-Feier von Kirche und Pfarre und dem pastoralen Schwerpunkt der Aktion "Grüß Gott" (40 Mitarbeiter versuchten vom 15. April bis 19. Juni in 4.500 Haushalten von Breitenfeld mit den Menschen ins Gespräch zu kommen). Die Aktion war Anregung für andere Pfarren Ähnliches zu wagen. Im Herbst 2001 stieg der PGR in ein Rumä nienprojekt ein, das die Pfarre noch über Jahre hinaus in Atem halten wird. Auf den neu gewählten Pfarrgemeinderat warten große Aufgaben, aber es ist sicher ein gutes Zeichen, dass so viele junge Menschen die kommende Periode mitgestalten werden. Dr. Lotte Stöphl Pfarrgemeinderat - NeuBevor etwas Neues beginnen kann, muss das Alte zu Ende gehen. Fünf Jahre dauert die Periode eines PGR, in denen er gemeinsam mit dem Pfarrer für die Pfarre verantwortlich ist. Der Pfarrgemeinderat hat, so kann ich mit gutem Gewissen sagen, gute Arbeit für unsere Pfarre und die Menschen, die in ihr beheimatet sind, geleistet. Man hat bei den Sitzungen immer gespürt, dass den Pfarrgemeinderäten die Pfarre und unsere Kirche ein großes, wichtiges Anliegen sind. Der neue PGR hat nun ein gutes Erbe angetreten. Die Arbeit der vergangenen PGR - Perioden trägt viele, gute Früchte, die man an und in unserer lebendigen Gemeinschaft sehen und erleben kann. Dafür, dass sie sich engagiert und viel Zeit investiert haben, müssen und wollen wir ein herzliches Dankeschön sagen. Es ist ein Danke für das Engagement im PGR und es ist ein Danke, dass sie auch weiterhin mitarbeiten wollen. Dem neugewählten PGR gehören nicht mehr an: Julie Kollarovits, Maria Neumayer, Ernst Exner, Gerhard Ottenschläger, Christoph Urbanitsch, Wolfgang Zischinsky. Nora Kobermann hat nicht kandidiert, hat aber auf Wunsch des PGR zugestimmt, als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht mitzuarbeiten. Monika Kolbe Gemeinsam auf dem WegDie Wallfahrt in Geschichte und GegenwartSchon immer gehörte es zum Volksglauben, dass das Pilgern zu bestimmten Stätten, an denen herausragende Ereignisse des Glaubenslebens stattgefunden haben, den Gläubigen eine besondere Verbindung zu Gott finden lässt. Das Wort "Pilger" leitet sich vom italienischen "pellegrino" ab, das soviel wie "Fremder" bedeutet. Eine Pilgerfahrt bringt also eine Gruppe von Fremden an eine besondere heilige Stätte. Dieser Gedanke ist nicht nur im Christentum beheimatet. Für jeden Muslim zählt die Pilgerfahrt nach Mekka, die Hadsch, zu den fünf Säulen seines Glaubens. Die Wallfahrt hat im Christentum eine jahrhundertealte Tradition: Schon unter dem römischen Kaiser Konstantin pilgerten im 4. Jahrhundert zahlreiche Christen zu den heiligen Stätten in Jerusalem oder zu den Gräbern der Märtyrer nach Rom. Große Bedeutung erlangte die Idee der Wallfahrt jedoch erst im Mittelalter. Ab dem 11.Jh. entwickelten sich drei Zentren: Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela, ab dem 13.Jh. entstanden weitere kleinräumigere Wallfahrtslandschaften in Europa, die auch einen wichtigen Beitrag zur Identitätsstiftung der Lokalkirchen leisteten. Ein Blick in den Internet-Wallfahrtskalender von Mariazell zeigt, dass täglich mehrere Wallfahrtsgruppen die Magna Mater Austriae in der Mariazeller Basilika als Ziel ihrer Wallfahrt erreichen, und entlang des Jakobsweges zum Grab des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela in Spanien macht man sich zunehmend Sorgen um den von Pilgermassen hinterlassenen Abfall. Gerade heute erfreuen sich also Wallfahrten - von bösen Zungen als älteste Form des Massentourismus bezeichnet - wieder steigender Beliebtheit. Auch die Breitenfelder veranstalten einmal jährlich im August eine Wallfahrt nach Mariazell, an der Jung und Alt teilnehmen und so bezeugen, dass die Wallfahrt ein lebendiges Zeichen des Glaubens in unserer Pfarrgemeinde darstellt. Nachdem anstrengende Fußmärsche und karges Lager es wohl nicht ausmachen können, was macht denn das Wallfahren nun so besonders attraktiv? Ich glaube, es ist die Verbindung von Spiritualität und Gemeinschaftserlebnis, die bewirkt, dass eine Wallfahrt zu einem nicht alltäglichen Höhepunkt des Glaubenslebens jedes Christen werden kann. Man geht diesen Weg im Bewusstsein, Busse zu tun und Mühen auf sich zu nehmen, um seine eigene Spiritualität neu zu entdecken oder zu vertiefen. Eine Wallfahrt ist immer ein Aufbruch zu Entdeckungen auch für meinen Glauben - ganz im Sinne des Hl. Augustinus, für den jeder Aufbruch dem Menschen zeigt, "dass sein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg zu Gott." Ein ganz wesentlicher Teil des Erlebnisses war für mich als Wallfahrer jedoch die bunt zusammengewürfelte Gruppe von Menschen, die da gemeinsam unterwegs ist. Andachten, Gebet und das Singen von Wallfahrtsliedern spielen für das Entstehen der verschworenen Wallfahrergemeinschaft ebenso eine Rolle wie das gemeinsame Rasten, das Genießen der wunderbaren Landschaft und das gemeinsame Schnaufen beim Erklimmen der zahllosen nicht immer ganz locker zu bewältigenden Steigungen. Und das Gefühl des gemeinsamen Ankommens, des Erreichens eines gemeinsamen Ziels, das ist in Worten eigentlich gar nicht auszudrücken. Mag. Dieter Böhm Unser Rumänienprojekt, was bisher geschahUnsere Pfarre stieg im Advent in ein seit 11 Jahren von Österrreich aus begleitetes Projekt zur Unterstützung eines Kinderheimes in Rumänien ein. Die Situation im Sommer 2001, die sich durch das Dazukommen von 30 schwerbehinderten Kindern verschärft hat, war für unsere Pfarre Grund sich zu engagieren. Viele Pfarrmitglieder haben sich mit Sachspenden eingebracht (Bekleidung für Kinder, Bettwäsche und Handtücher, Spielsachen, Papier, gebrauchte Rollstühle, selbstgenähte Stützpolster), zum anderen gab es Aktivitäten (Punschstände, Adventfeier des Kindergartens). Um eine finanzielle Grundlage zu schaffen wurde auch eine eigenes Spendenkonto erreichtet - ERSTE BANK BKLZ: 20111,VK Rumänien 042-37889. Mit den eingezahlten Spenden wurden Windeln, ein Badewannensitz, Material für die Reparatur von gebrauchten Rollstü hlen sowie ein multifunktionales Gerüst für eine Hängematte, Schaukeln oder Ringe finanziert. Wir konnten die Kosten für zwei Hilfstransporte nach Tirgu Secuiesc und die Reparatur der Transportbusses vor Weihnachten übernehmen. Seit kurzer Zeit ist die Anstellung einer Heilpädagogin durch die Pfarre (finanziert durch den "Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem", Komturei Wien) für die nächsten 20 Monate gesichert. Mag. Nora Kobermann |
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