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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 2/2006

Pfarrblattartikel Juni-August 2006

Befreit zur Freude

Wolfgang Zischinsky

In der Geschichte übte sich das Christentum sehr häufig in Traurigkeit, vor allem mit einer Betonung auf die Buße. Bekannt sind Selbstkasteiungen zur Abtötung des Bösen im Körper, im Glauben dem Himmel dadurch besonders zu dienen. Man kann heute noch eine gewisse traurige Frömmigkeit erleben mit immer wieder kehrenden Selbstbeschuldigungen: "Wir sind schlecht. Wir sind Sünder. Mea culpa", und ähnliche Formulierungen. Nietzsche schreibt in seinem Buch "Also sprach Zarathustra": "Glücklicher müssten die Christen aussehen, damit ich ihnen die Erlösung glauben kann".

Die Bibel spricht allerdings eine andere Sprache. Das Evangelium, die Frohe Botschaft, berichtet immer wieder von Freude. Beginnend bei Lukas "ich verkündige euch eine große Freude" bis Johannes "ich will, dass ihr Freude habt und diese vollendet". Richtige Freude ist zu erleben, dass etwas schön ist, dass Ordnung herrscht wie etwa in Gesundheit und in Beziehungen. Ich weiß mich von Gott geliebt und kann zufrieden sein, trotz meiner Fehler. Ich darf mich freuen und kann lachen. Lassen wir uns nicht vom Negativen beeinflussen. Wir sind viel mehr wert als alle Unannehmlichkeiten des Lebens zusammen. Theresa von Avila sagt: "Freuen wir uns in der Liebe Gottes und lachen wir". Ein Fest kann und soll ein Ausdruck besonderer Freude sein, die man mit anderen Menschen teilt. Man kann christliche Gelassenheit zeigen und mit Genuss diese Freude leben.

Wolfgang Zischinsky

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Urlaubszeit - Auszeit - Festzeit

Dieter Böhm

Für viele ist die schönste Zeit im Jahr die Urlaubszeit: Die üblichen Pflichten und Gewohnheiten sind außer Kraft gesetzt und Dinge, die im Alltag keine Rolle spielen können, stehen im Mittelpunkt des Interesses. Man kann seinen Tagesablauf zeitlich und inhaltlich völlig frei gestalten - der Urlaub als eine Zeit der Freiheit. Urlaub soll aber nicht nur dazu dienen, Neues zu entdecken und Außergewöhnliches zu unternehmen. In dieser "Auszeit" der Seele sollen wir auch ein wenig "aus der Zeit" heraustreten und zu jener inneren Ruhe kommen, die für die nähere Zukunft eine Quelle der Energie und Inspiration sein kann.

Es ist gar nicht so einfach, einen gelungenen Urlaub zu erleben. Es sollte die Urlaubszeit auch eine Festzeit sein, eine Zeit, in der man das Leben feiert. Und wie bei so vielen Festen - gerade auch in der Kirche - ist die Zeit der Vorbereitung oft ebenso schön wie das Fest selbst, jene Stunden der Vorfreude, die man mit der Planung jenes "Urlaubsfestes" verbringt. Und ist nicht die Zeit, die man damit verbringt, auch so etwas wie ein Fest - eben etwas ganz Besonderes mitten im Alltäglichen? Wenn nicht, dann sollten wir eben eines daraus machen!

Schließlich sollten wir auch nicht vergessen, unseren Glauben mit in den Urlaubskoffer zu packen, denn was wäre eine "Auszeit der Seele" ohne eine "Auszeit für den Glauben"? Gerade in dieser Zeit, da man doch eigentlich mehr Ruhe und Muße haben sollte, bietet sich die Gelegenheit, einmal all das zu reflektieren, was sonst im Stress des Arbeitsalltags oft zu kurz kommt: Der Glaube und seine Möglichkeiten in unserem Leben. Auch wenn das sonstige Leben - vor allem in den Sommermonaten - in den Pfarrgemeinden zur Ruhe kommt, so wird doch jeden Sonntag das zentrale Fest unseres Glaubens, die Heilige Messe, gefeiert.

Gott nimmt sich von uns keine "Auszeit".

Dieter Böhm

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F(f)este feiern! - Wozu Feste?

  • Ist jedes Fest eine Feier? Es gibt doch festliche Feiern, oder?
  • Ist jede Feier ein Fest? Macht der feierliche Rahmen, das "Weggehen vom Alltag" schon ein Fest aus?
  • Was gehört zu einem Fest - Mitmenschen, Freude, Zeit, Essen und Trinken, ein bestimmter Rahmen?
  • Sind Feste etwas, das zwar nicht lebensnotwendig ist, aber doch irgendwie schmerzhaft fehlen würde, wenn es sie nicht gäbe?

Nora Kobermann

Folgende Tatsache ist für mich klar: Um ein Fest zu feiern, brauche ich ein "Du", da ein Fest alleine nicht "feierbar" ist. Ich brauche dazu zumindest einen zweiten - den Partner, einen Freund oder eine soziale Gruppe wie etwa die Familie, eine religiöse Gemeinschaft, eine Schulgemeinschaft, einen Verein, die gleiche Altersgruppe,...

Wenn ich zu einem Fest lade, feiere ich ein besonderes Ereignis oder ein Ergebnis, das mir so wichtig ist, dass ich gerne die Mühen eine Feier zu organisieren auf mich nehme. Eine Geburt, die Hochzeit, ein Geburtstag, ein Jahrestag, das Ende eines Studiums, ein Sommerfest, der Pensionsantritt, was auch immer Anlass gibt, wird im Rahmen eines Festes in einer Gruppe, in der ich mich wohl fühle entsprechend gefeiert. Ich teile meine Freude Menschen mit und teile sie mit ihnen, damit sie sich mit mir an meinem Glück erfreuen. War die Zeit vorher auch anstrengend - wie etwa ein Studium - oder von Zweifeln ob meine Entscheidung richtig war geplagt - nun ist der Entschluss gefasst und das Fest bildet den glanzvollen Höhe- und Schlusspunkt meines Weges.

Ein Fest festigt Gemeinschaften losgelöst vom Alltag. Es hilft mir, Beziehungen zu pflegen, durchbricht eingefahrene Bahnen, setzt Markierungen in meinem Leben. Wie schön war unsere Silberhochzeit, bei der so viele Menschen, die uns in all den Jahren begegnet sind, mit uns waren!

Im Oberen Belvedere hängt die "Mohnwiese" von Gustav Klimt (1907). In Grünentönen gehalten die Wiese, aus der die Mohnblumen leuchten, die Bäume rechts und links tragen Früchte. Erinnern Sie sich noch an die letzten Mohnblumen, die Sie gesehen haben? Sie strahlen für mich Wärme aus, vermitteln durch ihre intensive Farbe Freude. Wäre dieses Bild in einem Katalog in schwarz/weiß wiedergegeben, so wären die Mohnblumen nicht mehr erkennbar und es würden Wiese und Baum in einander verschwimmen. Das wäre ein Leben ohne Feste: grau, eintönig und langweilig.

Nora Kobermann

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F(f)este feiern! - Der Namenstag als Fest?

Sich immer wieder in regelmäßigen Abständen an etwas Bestimmtes zu erinnern, lässt uns Menschen persönliche und individuelle Feste feiern. Das lässt uns bewusst an Geburtstage, Jahrestage oder an Tage, die einem Träger eines bestimmten Namens gewidmet sind, denken. Verbunden mit einer ganz bestimmten, einzigartigen Person, heben solche Feste die Gefeierten wie auch die Mitfeiernden aus der Anonymität und unterstreichen die individuelle Persönlichkeit.

Elisabeth Schubert

Der unterschätzte, an Bedeutung verlierende individuell Festtag ist in unserer Gesellschaft der Namenstag. Obwohl es der Geburtstag ist, der ungebrochen beliebt ist und als "feierbar" gilt, zeigen einige kurze Kommentare, dass es immer noch Menschen gibt, denen das Teilen ihres Namens mit einem "Patron" Anlass zur Freude oder zu bewusstem Nachdenken ist.

"Ich feiere meinen Namenstag schon seit meiner Kindheit. Auch in meiner Ehe habe ich ihn mit meinem Manngefeiert, der dieses Fest nicht kannte. Sogar meine Tochter feiert mit Ihrem altkatholischen Mann Namenstag. Die Bergleute unter dem Schutz meiner Namenspatronin sind mir sehr sympathisch." (Babsi W)
"Ich bin evangelisch getauft; mein Namenstag wurde nicht gefeiert. Als ich katholisch wurde nahm ich als zweiten Namen Elisabeth an. Die Hl. Elisabeth bedeutet mir sehr viel und ich freue mich wenn mir am 19. November gratuliert wird." (Ingrid M.)
"Mir ist lange Jahre mit Blumen gratuliert worden und ich ging zur Feier des Tages mit meinem Mann essen. Ich weiß auch über das Leben meiner Namenspatronin Bescheid. Immer freue ich mich, wenn mir das Missionskloster St. Gabriel eine schöne Karte oder einen Brief zum Namenstag schickt." (Johanna L.)

Seit wann feiert man in Europa eigentlich Geburtstag? Warum feiern immer weniger Menschen ihren Namenstag? Hat überhaupt jeder Namen seinen Tag?

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Namenstag, bei den Christen als der besondere Tag gefeiert. In dieser Zeit galt der Namenstag als katholisches Fest und der Geburtstag als evangelisches Fest.

Bei Naturvölkern wie etwa bei den Indianern erfordert das Verstehen der Namen oft Kenntnis von der Weltanschauung des betreffenden Stammes und muss genau genommen in einer spezifischen Geschichte erzählt werden um seine Bedeutung zu erfassen. Anders als bei uns ist der Name dann auch einer ganz bestimmten Person zugeordnet und kann nicht auch noch zu einem anderen Menschen gehören.

In der Bibel können wir folgende Unterscheidung antreffen: Jesus von Nazaret, Judas Iskariot, Judas Taddäus, Johannes, der Sohn des Zebedäus usw. Man hat also den Ort der Geburt, einen zweiten Namen oder den des Vaters hinzugefügt um die Identität eines bestimmten Menschen unverwechselbar klarzustellen.

Das Beispiel der urchristlichen Märtyrer und Heiligen war schon in den ersten Jahrhunderten für die Christen ein Grund, sich bei der Wahl eines Namens von diesen frühen Vorbildern im Glauben inspirieren zu lassen.

In unserer Zeit sind Eltern oft bestrebt, ihren Kindern möglichst wohlklingende und individuelle Vornamen zu geben. Es scheint oftmals der Wunsch zu sein, dass der gewählte Vorname außergewöhnlich oder selten ist, so wie ja auch jedes Elternpaar das eigene Kind als etwas ganz Besonderes und Einmaliges erfährt.

Josef und Elisabeth Schubert

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F(f)este feiern! - Geburtstag - hinterfragt

  • Was feiern wir eigentlich am Geburtstag, dem jährlichen Gedenktag an die Geburt eines Menschen?
  • Wer feiert den Geburtstag - das "Geburtstagskind" oder die Mitmenschen?
  • Warum feiern wir diesen Tag? Weil der Gefeierte lebt, noch lebt, weil er - für die anderen -da ist? Damit wieder einmal alle zusammenkommen können? Weil es so Brauch ist?

Reinhold Viehberger

Am so genannten Geburtstag erinnern wir uns in regelmäßigen Abständen (Jahreszyklus) an den Tag, an welchen ein bestimmter Mensch geboren wurde. In der Zeitabfolge sind das zuerst die Eltern und Verwandten des Geburtstagskindes, später erst entsteht das eigene Bewusstsein für diesen besonderen Tag. Für die Eltern und Angehörigen ist immer die Freude über das "da sein" des Kindes tragender Bestandteil des "Geburtstags feiern". Für das Geburtstagskind sind dann oft einschneidende Altersabschnitte von Wichtigkeit. Schon alt genug zu sein, um etwas zu dürfen oder zu können. Schule, Erstkommunion, Moped-Fahren, Führerschein, Mit steigendem Lebensalter lässt dann die Begeisterung des Jubilars in der Regel stark nach. Schon 40 zu sein macht definitiv weniger Spass, als alt genug für den Führerschein zu sein. Im reifen Alter schließlich kommt manchmal eine Art Genugtuung dazu, das noch erlebt, geschafft zu haben. Für die Mitfeiernden verschiebt sich die Freude daran, dass das Geburtstagskind Teil des eigenen Lebens ist, auch manchmal in diese Richtung. "Schön, dass er auch den . Geburtstag noch unter uns feiern kann."

Reinhold Viehberger

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Haben wir verlernt Feste zu feiern?

Pfadfinder

Jeder feiert in der heutigen Zeit Partys und das ist auch gut so!

Aber man kann eine Party mit einem Fest nicht wirklich vergleichen! Da werden einige Getränke und etwas Essbares auf einen Tisch gestellt, die Musik laut aufgedreht und die Party ist fertig.

Für ein richtiges Fest müssen Einladungen verschickt werden, je nach Größe der Gesellschaft eine Lokalität gesucht, die Speisenfolge zusammengestellt werden. Aber der größte Unterschied besteht darin, dass sich bei einer Party meistens nur Gleichaltrige oder Gleichgesinnte treffen. Bei einem Fest hingegen steht auf der Einladung „mit Familie“ und das bedeutet dass sich Jung und Alt um einen Tisch versammeln und gemeinsam feiern. Dieses Miteinander, das durch ein Fest gepflegt wird, geht uns leider langsam verloren! Die Akzeptanz zwischen Jung und Alt wird immer geringer. Und doch wäre es so einfach!

In einem bekannten Lied heißt es „Das Leben ist ein Fest“! Machen wir aus allem ein Fest und pflegen dadurch das Miteinander!

Gut Pfad, Thomas Haider

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„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“

Ja, wer geht nicht gerne auf eine Party? Also ich bin der Meinung, dass man immer einen Grund hat zum Feiern. Sei es, weil jemand Geburtstag hat, von einem langen Urlaub wieder nach Hause kommt, eine Prüfung oder Schularbeit gut geschafft hat, oder einfach nur um mal wieder seine Freunde zu treffen. Ich finde Feste sind etwas wirklich Schönes, weil man nicht nur die Möglichkeit hat alte Freundschaften wieder aufzufrischen, sondern auch die Chance neue Freunde zu finden. Denn was verbindet mehr, als wenn man auf einer Party mit anderen lauthals bei irgendeinem Lied mitsingt? Ich finde es jedenfalls immer wieder sehr schön und hab auch schon so manche Freundschaft auf einer Feier geschlossen.

Ulli Kolbe

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