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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 3/2006

Pfarrblattartikel September-November 2006

Gott lieben ohne Hoffnung auf Lohn?

Wolfgang Zischinsky Die Frage, kann man Gott lieben ohne Hoffnung auf Lohn, ist auf Grund der Aussagen in der Bibel leicht mit ja zu beantworten. Johannes schreibt in seinem 1.Brief 4,20: "Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder haßt, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht". Anders ausgedrückt in der Liebe zum Mitmenschen begegnen wir Gott. Wenn ich einen anderen aufrichtig liebe, erwarte ich keine Gegenleistung. Warum soll dies in der Liebe zu Gott nicht möglich sein? Natürlich können wir nicht alle lieben, so manche muss man ertragen. Aber wenn ich helfend einspringe, Not lindere, kranke und alte Menschen besuche usw. dann sind dies Zeichen der Liebe. In Mt. 25,40 steht: "Amen, ich sage euch. Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan". Aber Bruder und Schwester müssen die Hilfe auch annehmen. Wie wir auch die Gnade Gottes freiwillig annehmen müssen, damit sie wirksam werden kann.

Im AT. ist das klassische Beispiel das Buch Ijob. Satan- hier keine Person sondern ein Symbol für das Böse fordert Gott zu einer Wette heraus: Er wettet, wenn Ijob alles genommen und mit Krankheit gequält wird, würde er Gott verfluchen. Aber Satan verliert die Wette. Ijob glaubt weiter an Gott, obwohl er alles verloren hat. Obwohl Ijob schwer leidet, liebt er Gott weiter. Aber er ist trotzdem kein Dulder, er hadert mit seinem Schicksal und verflucht u.a. auch seine Geburt.

Wenn wir im Christentum die Leidenden auf die Erlösung im Jenseits vertrösten, dann würden wir unseren Glauben stark verkennen. Wie oft hört man, du musst dein Leiden aufopfern. Dies widerspricht vielen Aussagen Jesu. Der Himmel soll schon hier sichtbar werden.

Gott zu lieben ohne Hoffnung auf Lohn, ist möglich. Es ist sicher sehr schwierig, aber den Weg der Nächstenliebe kann man gehen. Würde ich eine Gegenleistung erwarten, wäre ich ein berechnender Egoist. Ich darf aber hoffen auf Vergebung aller Sünden am Ende meines Lebens und auf einen zeitlosen Himmel bei Gott.

Wolfgang Zischinsky

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"Grüß Gott in Breitenfeld!"

Familie Höberth Mit diesem Motto der Besuchsaktion anno 1998 möchte ich mich bei Euch, liebe Leserinnen und Leser des Pfarrblattes, vorstellen und gleichzeitig unter Beweis stellen, dass ich schon ein ganz klein wenig gelernt habe über Eure Heimatpfarre und meinen neuen Tätigkeitsbereich. Mein Name ist Gerhard Höberth, geboren und getauft wurde ich 1960 in Wien; aufgewachsen bin ich zwar nicht in Breitenfeld, aber zumindest in der unmittelbaren Nachbarschaft, in Hernals. Dort habe ich - Seite an Seite mit Reinhold Viehberger, den ich nun im Pfarrgemeinderat wiedergetroffen habe - die gymnasiale Schulbank gedrückt. Ich habe Theologie studiert und bin 14 Jahre Pfarrer gewesen - allerdings in der Evangelischen Kirche! Nach einer sich über viele Jahre hinziehenden Entwicklung, die mir klar gemacht hat, dass ich theologisch, spirituell und auch gefühls- oder mentalitätsmäßig eher ein katholischer als ein protestantischer Zeitgenosse bin, habe ich im Jänner 2005 den Schritt in die römisch-katholische Kirche getan.

Kardinal Schönborn hat meine Frau und mich in die volle kirchliche Gemeinschaft aufgenommen, gefirmt und mich als Pastoralassistenten beauftragt. Apropos Frau und Familie: meine Frau Colleen (aus den USA stammend) und ich sind im kommenden Jänner 25 Jahre verheiratet, wir haben 4 Kinder im "Altersspektrum" von 12 bis 19 Jahren. Wohnsitzmäßig daheim sind wir im Pfarrhaus von St. Severin im 18. Bezirk. Das Foto (ca. 5 Jahre alt) zeigt uns noch als evangelische Pfarrfamilie von Gosau am Dachstein. Nach einem schönen aber auch anstrengenden Einsatz als Hospizseelsorger darf ich ab September versuchen, mit Euch in Breitenfeld das Evangelium zu teilen und zu leben.

Weist du wo der Himmel ist, außen oder innen, eine Handbreit rechts und links, du bist mitten drinnen.

Weist du wo der Himmel ist, nicht so tief verborgen, einen Sprung aus dir heraus, aus dem Haus der Sorgen.

Weist du wo der Himmel ist, nicht so hoch da oben, sag doch ja zu dir und mir, du bist aufgehoben.

Ich freue mich sehr auf viele spannende und herzliche Begegnungen mit Euch Breitenfelderinnen und Breitenfeldern in Gottesdiensten, in Kreisen und Zusammenkünften, bei Festen und Ausflügen, in der Kanzlei, bei Flohmärkten, "special events" oder ganz einfach nur so zwischendurch - in der ganzen bunten Palette des Pfarrlebens. Mich in vielen Bereichen einbringen, unverkrampft geschwisterlich mit Euch allen zusammenwachsen und so lebendige Gemeinde Jesu Christi sein bzw. immer mehr werden - das möchte ich sehr gerne!

Gott segne unsere gemeinsame Zeit - Euer "neuer" Pastoralassistent
Gerhard Höberth

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Lieber Gott mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm.

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"Mein Ziel ist so zu leben, dass gäb's keinen Himmel, ich Dich doch liebte"

Brigitte Weiser Sind wir Christen nicht in einer beneidenswerten Lage ? Mit Jesus Christus kennen wir unseren Gott als Person. Ihn dürfen wir ansprechen. Weil ich mich dadurch geborgen fühle, habe ich den Wunsch, Gott anzubeten und das nicht immer nur dann, wenn ich in schwierigen Lagen keinen Ausweg weiß.

Die arabische Mystikerin Rabia (um 800 nach Chr) beschrieb diese Situation mit folgenden Worten: "O Gott, wenn ich Dich aus Furcht vor der Hölle anbete, so verbrenne mich in der Hölle. Und wenn ich Dich in Hoffnung auf das Paradies anbete, gib es mir nicht. Doch wenn ich Dich um Deiner selbst willen anbete, so enthalte mir Deine ewige Schönheit nicht vor !" Einerseits hoffen wir wohl alle auf das versprochene ewige Leben, auf das himmlische Gastmahl im Jenseits. Beginnt aber andererseits wirkliche Liebe (zu Gott) nicht erst dort, wo keine Gegengabe erwartet wird ? Was also sollen wir tun ?

Ich will die mir gestellten Aufgaben so gut wie möglich erfüllen. Dabei weiß ich: das unauffällige durchschnittliche Leben zu leben ist oft nicht weniger schwierig als die spektakuläre Bewältigung von Problemen. Die Bewährung im Alltag kann eine größere Herausforderung bedeuten als das Meistern asketischer Übungen .

Mein Ziel ist so zu leben, wie es Isabel Allende dichterisch ausdrückt: "Deine Liebe bewegt mich, bewegt mich so sehr, dass, gäb's keinen Himmel, ich Dich doch liebte und gäb's keine Hölle, ich Dich fürchtete. Du musst mir nichts schenken, weil ich Dich liebe, denn selbst wenn ich nicht hoffte, was ich erhoffe, ich würde Dich lieben, so wie ich Dich liebe"

Brigitte Weiser

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Rover am Pfingstlager 2006

(Buben im Alter von 16-18 Jahren)

Pfadfinder Rover "chillen" gerne, was in ihrer Übersetzung so viel heißt wie "abhängen" bzw. nichts zu tun (vor allem keine Wanderungen genauer gesagt:"nicht einen Meter zu Fuß"). In diesem Sinne wurde am Pfingstlager zuerst nach einer sogenannten "Chilllounge" (gemütlicher Ort zum "Abhängen") gesucht. Die zu diesem Zweck eingerichtete Hütte mussten wir jedoch sehr bald wieder verlassen, weil sich dort ein Nest mit Jungvögeln befand (Natur geht immer vor). Durch die Errichtung eines Hauszeltes (ausgestattet mit Teppichen) und Zugabe entsprechender Campingutensilien (Tisch und Sesseln) konnten wir doch eine ähnliche Gemütlichkeit herstellen. Ein zum Motto passender "Ar...bomben -Wettbewerb" (kein schönes Wort - heißt aber nun mal so!) bzw. ein "Turmspringen" musste aufgrund der Wassertemperaturen abgesagt werden. Am Abend wurde in aller Gemütlichkeit gegrillt und anschließend die von uns selbst errichtete Sauna besucht. Alles in allem haben wir ein gemütliches und doch auch abwechslungsreiches Pfingstlager miteinander verbracht - und wir haben nicht nur "gechillt".

Die Rover der Pfadfindergruppe 20
Breitenfeld

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Orgelfest 2006

Heuer findet das 3. Orgelfest seit dem Bestehen der großen Breitenfelder Orgel statt.

Orgelmanuale Die Breitenfelder Orgel wurde aus den Bestandteilen der alten Innsbrucker Domorgel (Rieger op. 2000) vom Orgelbauer Peter Maria Kraus (Lungau) für die räumlichen und klanglichen Gegebenheiten der Pfarrkirche Breitenfeld neu konzipiert und gebaut. Sie ist eine der größten spielbaren Kirchenorgeln Wiens und hat derzeit 56 klingende Register auf 3 Manualen und einem Pedal.

Die Eröffnung am 6. Oktober bestreiten zwei namhafte Künstler aus dem Waldviertel. "Orgel Pur", das mittlere Konzert des Orgelfestes wird ein interessanter Abend mit dem bekannten Wiener Konzertorganist Wolfgang Capek. (er spielt u.a. eine Transkription eines Satzes einer Mozart-Symphonie! Lassen sie sich überraschen!) Orgel-Orchesterkonzerte sind in Wien selten zu hören, zumal die räumlichen Gegebenheiten auf den Orgelemporen dafür kaum geeignet sind. Deshalb steht auch heuer wieder als Abschluss des Orgelfestes am 21. Oktober ein Orgel-Orchesterkonzert am Programm.

Orgelpfeifen Das Programm vom 6. bis zum 21. Oktober finden Sie im
Kalender der Orgelkonzerte.

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