Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 4/2006 |
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Pfarrblattartikel Dezember 2006 - Februar 2007Artikel:Diese Frage "Bist du der Messias?"...
Brigitte Weiser Rückblick & VorschauFlohmarkt 7. Oktober 2006Der Flohmarkt brachte einen Erlös von Wir danken allen Käufern und Spendern Flohmarktsammlung erst wieder ab August 2007 Das war das Orgelfest 2006
Mag. Maria Prochazka, Kirchenmusikerin Der messianische Gedanke im Judentum
Am Beginn der Geschichte Israels steht nicht eine politische "Geburtsstunde", sondern eine Glaubenszeit - der Glaube Abrahams, der Glaube des ganzen Volkes am Sinai. Abraham hörte eine Stimme und er folgte ihr. Er bricht auf - das ist messianischer Glaube. Abraham und Gott schließen einen Bund, d.h. beide nehmen sich gegenseitig ernst und verlassen sich auf die Worte des anderen. Mit Abraham beginnt aber auch der Dialog zwischen Gott und den Menschen. Das Ende der Glaubenszeit ist für Israel genauso real wie deren Beginn, nämlich das Anbrechen der messianischen Zeit. So wie Gott sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens gerettet hat, so wird auch die messianische Zeit Wirklichkeit werden. Israels Geschichte ist eingebettet zwischen Heilsvergangenheit und Heilszukunft. Israels Weg ist ein Pilgerweg - hin auf das heilsgeschichtliche Ziel. Die messianische Erwartung ist eng mit dem Land Israel, dem verheißenen Land, verbunden. Mit dem Erscheinen des neuen Sohnes Davids werden die Juden die im Exil leben, aus den Ländern der Diaspora in ihre Heimat Israel zurückkehren und den Tempel in Jerusalem wiederaufbauen. Illustrierte Liturgien der Osternacht zeigen einen wieder errichteten Tempel, die aus allen Windrichtungen heimkehrenden Israeliten und den auf einem Esel reitenden König Messias (vgl. Zach. 9,9-11). Wie wird es sein, wenn die Zeit des Heils, der Erlösung gekommen ist? "Dann wird der Herr König sein über die ganze Erde. An jenem Tag wird der Herr der Einzige sein und sein Name der Einzige." (Zach. 14,9) Der Messias soll, so heißt es, dann kommen, wenn alle Juden den Sabbat heiligen, denn es ist ein von Gott geheiligter Tag, an dem Gott von seinem Werk ruhte, der Israel als Zeichen des Bundes geschenkt wurde. Es ist der Tag, der ausschließlich dem Studium der Tora und dem Dienst an Gott gewidmet ist. Der Sabbat ist die Vollendung der Schöpfung. Wenn die messianische Zeit da ist, wird der Himmel auf Erden Wirklichkeit sein. Das Himmelreich der jüdischen Endzeithoffnung ist noch nicht nahe gekommen. Der Glaube an die Heilszeit lässt die Juden weiterexistieren - wie sie ist, das kann sich jeder selbst ausmalen. "Bis er kommt", wie es schon bei Paulus heißt (1 Kor 11,26), "leben wir beide - Juden und Christen - auf Hoffnung; wir pilgern derselben Erlösung entgegen die all unsere Zweifel zerstreuen und unsere Fragen restlos beantworten wird; und wir bauen zuversichtlich auf ein und dieselbe Gnadenliebe Gottes, ohne die unser Dasein sinnlos wäre" (aus: Pinchas Lapide, Ulrich Luz, Der Jude Jesus. Thesen eines Juden, Antworten eines Christen, 1993) Nach einem Vortag von Tovia Ben-Chorim am 14. Juni 2006 im Kardinal König Haus und einem Artikel von Kurt Schubert, "Vom Auszug aus Ägypten zur messianischen Zeit" in: Religionen unterwegs, November 2001. Mag. Monika Kolbe "Bist du der, der kommen soll?"
Und dieser Jahwe sprach durch die Propheten und diese verkündeten öfters das Kommen eines Messias. Auf Grund mehrer Prophezeiungen erwartete man einen, der von König David abstammt und der das Reich Gottes sichtbar hier auf Erden wieder aufrichtet (z.B. Jesaja Kap.2 und 11, Prophet Micha Kap.4: "Der Herr wird ihr König sein auf dem Berg Zion, von da an auf ewig. Er wird der Friede sein und alle Völker pilgern zu ihm"). Jesus erfüllte diese Erwartungen nicht und wird auch deshalb von den Israeliten nicht als Messias anerkannt. Manès Sperber schreibt in seinem Buch "Wie eine Träne im Ozean" "Wie kann Jesus der Messias sein, wenn man vom messianischen Reich hier auf Erden nichts sieht?". Wir Christen glauben aber, dass Jesus der Messias ist. Der gefangene Johannes der Täufer (Lk.7,18ff) lässt Jesus fragen "Bist du der, der kommen soll?" (Diese Frage sollten auch wir stellen und selbst beantworten). Und Jesus antwortet "Seht was ihr gesehen und gehört habt ..." Pilatus fragte "Bist du ein König" und Jesus antwortete "Ja ich bin einer, aber nicht von dieser Welt". Ich glaube an den Messias, der Jesus heißt, auf Grund seines Wirkens und seiner Auferstehung (Paulus 1Kor.15,13.:" Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos"). Ich glaube an Jesus, den ich bitten kann, der uns versteht, der uns verzeiht und der uns am Ende des Lebens für immer zu sich nimmt. (Psalm 23: "Muss ich auch wandern durch finstere Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir"). Was gibt es Schöneres, als an einen Gott zu glauben, der Person ist und einen Namen hat und dem ich wichtig bin? Dr. Wolfgang Zischinsky "Wir sind berühmter als Jesus!"
Der Messias - jemand der kommt, langerwartet, langersehnt, langversprochen. All das, was mit eigener Kraft, Weisheit, Talent und Geld im Leben nicht zu schaffen oder zu verwirklichen ist, wird von dieser einen Person erhofft: Frieden, Glück, Gesundheit, Wohlstand, Schönheit, Lachen ohne Ende - das Paradies auf Erden oder zumindest im eigenen privaten Kämmerlein und Revier. Die Beatles, Elvis Presley, Madonna und Robbie Williams - diese und andere Pop-Stars sind (von den gelegentlichen Anflügen unverschämten Größenwahns und von den ab und zu verlautbarten pseudoreligiösen Aussprüchen abgesehen) noch die harmloseren Vertreter der Gattung "neue Messiasse". Wirklich schlimm, verführerisch, zerstörerisch und menschenverachtend wird die Sache, wenn Politiker, Potentaten, Diktatoren, Religionsführer und einflussreiche Sektenbosse mit realer Macht, tatsächlichem gesellschaftlichem Einfluss und blind ergebener, kritikresistenter Anhängerschaft auftreten und messiasgleich agieren. Da gibt es eine Namensliste, die schon viel bedrohlicher klingt und bis in unsere Gegenwart reicht! Ein paar Beispiele: Hitler und Mussolini, Stalin und Castro, der Führer der Moon- Sekte und der Gründer von Scientology, links- und rechtsextreme Politpropheten, Bin Laden und fundamentalistische Hetzer aller Religionen... Der Messias - wörtlich der "Gesalbte", von Gott mit einer Salbung beauftragt und mit seinem guten Geist ausgerüstet, um allen Menschen Versöhnung und Frieden, Heil und Hoffnung zu bringen und die neue Welt nach Gottes Maßstab einzuläuten und mit uns allen aufzubauen. Woran erkennen wir ihn? Wodurch können wir ihn von den vielen falschen Heils- und Glücksbringern unterscheiden? Die Bibel nennt da einiges: er kommt still, in Ruhe und ohne riesige Propaganda-Maschinerie. Er hat keinen Machtapparat; seine Macht und Stärke liegt in seinen ins Herz gehenden, heilenden und aufdeckenden Worten, in seinen mitfühlsamen und notlindernden Taten. Er hat keine eingeschworene Anhängerschaft, aber er lädt alle ein, ihm zu Folgen im Denken, Reden und Handeln - freiwillig allerdings! Alles, was er sagt und tut, geschieht nicht im Eigeninteresse, sondern damit den Menschen geholfen wird, damit sie untereinander und mit Gott versöhnt werden, damit sie Gott neu vertrauen, ihn neu kennen und lieben lernen können. Niemals opfert er andere für "seine Sache", sondern opfert, wenn es sein muss, sich selbst für uns. Und wenn er stirbt, dann nicht aus morbider Todessehnsucht, sondern weil aus seinem Tod Hoffnung und Leben für andere entsteht. So - und nicht anders - sieht der einzig wahre Messias aus. Mir fällt dazu nur einer ein, der allen Kriterien entspricht: Jesus von Nazareth, Sohn Gottes, Sohn der Maria. Der Messias - wer, wenn nicht er? Mag. Gerhard Höberth, Pastoralassistent Gemeinsam statt Einsam!
Und komischerweise hat gemeinsam alles Spaß gemacht! Gut Pfad, Thomas Haider Die Rover der Pfadfindergruppe 20 Homepage: http://scout20.at/wien20/home.htm |
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