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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 4/2006

Pfarrblattartikel Dezember 2006 - Februar 2007

Diese Frage "Bist du der Messias?"...

Brigitte Weiser ... stellt der Hohepriester Kaiphas an Jesus knapp vor seiner Verurteilung. Jesus antwortet: "Ja, ich bin es". Glaube auch ich, dass Jesus der Messias ist ? Von dieser Frage hängt mein persönlicher Glaube ab. Kann ich so wie der Apostel Petrus sagen: "Du bist der Messias.", so breche ich auf und folge Jesus nach. Darin sehe ich den Sinn meines Lebens. Mit diesem Glauben anerkenne ich die absolute Vollmacht im Reden und Handeln von Jesus. Ein Maß - Stab ist mir gegeben, an dem ich mich immer wieder anhalten kann.

Brigitte Weiser

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Rückblick & Vorschau

Flohmarkt 7. Oktober 2006

Der Flohmarkt brachte einen Erlös von

€ 7.968,34

Wir danken allen Käufern und Spendern Flohmarktsammlung erst wieder ab August 2007

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Das war das Orgelfest 2006

Maria Prochazka Strahlende, feurige, so wie sanfte und weiche Klänge entlockte Alexander Kastner am Freitag, dem 6. Oktober beim Eröffnungskonzert des Orgelfestes 2006 in unserer Kirche seiner Trompete. Der Organist verstand es, anpassungsfähig als Continuospieler und eigenwillig als Solist die Ohren der Zuhörer zu erfreuen. Am 12. Oktober konzertierte Wolfgang Capek, brachte virtuose Musik zu Gehör (u. a. auch eine Transkription des letzten Satzes der Jupitersymphonie von W. A. Mozart) und - als Überraschung - seinen Chor aus der Marienkirche, Wien 17, mit. Homogener Chorklang und brillantes Orgelspiel wechselten sich ab in dieser Konzertstunde.

Orgelmanuale Wien ist keine Orgelstadt wie Paris - Orgelmusik ist hier für ein kleines, interessiertes Publikum. Das wurde beim Abschlusskonzert, am 21. Oktober wieder einmal offensichtlich. Was jene versäumt haben, die nicht im Konzert waren, sei hier kurz zusammengefasst: Eine sehr gefühlvolle Interpretation von G. F. Händels Orgel-Orchesterkonzert in d-moll, die überraschend-melodiösen und rhythmisch interessanten Variationen des Zeitgenossen Karl Schiske für Orgel Solo, das Divertimento in D-Dur von W. A: Mozart in einer dynamischen Bandbreite, wie ich dieses Werk noch nie gehört habe und - als krönenden Abschluss - Rheinbergers g-moll Konzert für Orgel und Orchester - das unseren Kirchenraum mit unglaublichen Klangspektren erfüllte! Das kleine Publikum entschädigte die hervorragenden Musiker Renate Sperger (Orgel), Andreas Pixner (Dirigent) und das Orchester für ihre Darbietung mit großem Applaus, den sie sich ohne Frage verdient haben!

Mag. Maria Prochazka, Kirchenmusikerin

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Der messianische Gedanke im Judentum

Monika Kolbe Gemälde Das Judentum - eine Bezeichnung die irreführt, denn das Judentum gibt und gab es nie. So wie es zur Zeit Jesu z.B. die Pharisäer, die Sadduzäer, die Zeloten, die Essener gab, so gibt es noch immer unterschiedliche theologische Richtungen im Judentum: Dasorthodoxe Judentum, das liberale Judentum, das Reformjudentum. Daher gibt es auch nicht den messianischen Gedanken im Judentum, denn jede Gruppe kann dazu etwas andere Vorstellungen haben.

Am Beginn der Geschichte Israels steht nicht eine politische "Geburtsstunde", sondern eine Glaubenszeit - der Glaube Abrahams, der Glaube des ganzen Volkes am Sinai. Abraham hörte eine Stimme und er folgte ihr. Er bricht auf - das ist messianischer Glaube. Abraham und Gott schließen einen Bund, d.h. beide nehmen sich gegenseitig ernst und verlassen sich auf die Worte des anderen. Mit Abraham beginnt aber auch der Dialog zwischen Gott und den Menschen. Das Ende der Glaubenszeit ist für Israel genauso real wie deren Beginn, nämlich das Anbrechen der messianischen Zeit. So wie Gott sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens gerettet hat, so wird auch die messianische Zeit Wirklichkeit werden.

Israels Geschichte ist eingebettet zwischen Heilsvergangenheit und Heilszukunft. Israels Weg ist ein Pilgerweg - hin auf das heilsgeschichtliche Ziel. Die messianische Erwartung ist eng mit dem Land Israel, dem verheißenen Land, verbunden. Mit dem Erscheinen des neuen Sohnes Davids werden die Juden die im Exil leben, aus den Ländern der Diaspora in ihre Heimat Israel zurückkehren und den Tempel in Jerusalem wiederaufbauen. Illustrierte Liturgien der Osternacht zeigen einen wieder errichteten Tempel, die aus allen Windrichtungen heimkehrenden Israeliten und den auf einem Esel reitenden König Messias (vgl. Zach. 9,9-11).

Wie wird es sein, wenn die Zeit des Heils, der Erlösung gekommen ist?

"Dann wird der Herr König sein über die ganze Erde. An jenem Tag wird der Herr der Einzige sein und sein Name der Einzige." (Zach. 14,9)

Der Messias soll, so heißt es, dann kommen, wenn alle Juden den Sabbat heiligen, denn es ist ein von Gott geheiligter Tag, an dem Gott von seinem Werk ruhte, der Israel als Zeichen des Bundes geschenkt wurde. Es ist der Tag, der ausschließlich dem Studium der Tora und dem Dienst an Gott gewidmet ist. Der Sabbat ist die Vollendung der Schöpfung.

Wenn die messianische Zeit da ist, wird der Himmel auf Erden Wirklichkeit sein. Das Himmelreich der jüdischen Endzeithoffnung ist noch nicht nahe gekommen. Der Glaube an die Heilszeit lässt die Juden weiterexistieren - wie sie ist, das kann sich jeder selbst ausmalen.

"Bis er kommt", wie es schon bei Paulus heißt (1 Kor 11,26), "leben wir beide - Juden und Christen - auf Hoffnung; wir pilgern derselben Erlösung entgegen die all unsere Zweifel zerstreuen und unsere Fragen restlos beantworten wird; und wir bauen zuversichtlich auf ein und dieselbe Gnadenliebe Gottes, ohne die unser Dasein sinnlos wäre"

(aus: Pinchas Lapide, Ulrich Luz, Der Jude Jesus. Thesen eines Juden, Antworten eines Christen, 1993)

Nach einem Vortag von Tovia Ben-Chorim am 14. Juni 2006 im Kardinal König Haus und einem Artikel von Kurt Schubert, "Vom Auszug aus Ägypten zur messianischen Zeit" in: Religionen unterwegs, November 2001.

Mag. Monika Kolbe

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"Bist du der, der kommen soll?"

Wolfgang Zischinsky Alle monotheistischen Religionen glauben an Gott, der Person ist und der einen Namen hat. Im Christentum glauben wir in der Dreifaltigkeit an Jesus Christus den Messias, der aus dem von Gott erwählten Volk Israel hervorgegangen ist. Den Israeliten offenbarte sich Gott schon beim Auszug aus Ägypten (ungefähr 1300 v.Ch.) und seit dieser Zeit glaubten sie an einen Gott. Dieser offenbarte seinen Namen selbst - nämlich Jahwe. Nach antiker Vorstellung enthält jeder Name eine Aussage über die betreffende Person: Jahwe hieß "Ich bin für euch da". Jahwe ist eine Person, mit der man reden und die man auch bitten kann. Er will besonders Zuspruch sein für Menschen in trostloser Lage.

Und dieser Jahwe sprach durch die Propheten und diese verkündeten öfters das Kommen eines Messias. Auf Grund mehrer Prophezeiungen erwartete man einen, der von König David abstammt und der das Reich Gottes sichtbar hier auf Erden wieder aufrichtet (z.B. Jesaja Kap.2 und 11, Prophet Micha Kap.4: "Der Herr wird ihr König sein auf dem Berg Zion, von da an auf ewig. Er wird der Friede sein und alle Völker pilgern zu ihm"). Jesus erfüllte diese Erwartungen nicht und wird auch deshalb von den Israeliten nicht als Messias anerkannt. Manès Sperber schreibt in seinem Buch "Wie eine Träne im Ozean" "Wie kann Jesus der Messias sein, wenn man vom messianischen Reich hier auf Erden nichts sieht?".

Wir Christen glauben aber, dass Jesus der Messias ist. Der gefangene Johannes der Täufer (Lk.7,18ff) lässt Jesus fragen "Bist du der, der kommen soll?" (Diese Frage sollten auch wir stellen und selbst beantworten). Und Jesus antwortet "Seht was ihr gesehen und gehört habt ..." Pilatus fragte "Bist du ein König" und Jesus antwortete "Ja ich bin einer, aber nicht von dieser Welt".

Ich glaube an den Messias, der Jesus heißt, auf Grund seines Wirkens und seiner Auferstehung (Paulus 1Kor.15,13.:" Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos"). Ich glaube an Jesus, den ich bitten kann, der uns versteht, der uns verzeiht und der uns am Ende des Lebens für immer zu sich nimmt. (Psalm 23: "Muss ich auch wandern durch finstere Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir").

Was gibt es Schöneres, als an einen Gott zu glauben, der Person ist und einen Namen hat und dem ich wichtig bin?

Dr. Wolfgang Zischinsky

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"Wir sind berühmter als Jesus!"

Gerhard Höberth Wer das gesagt hat? Irgendwelche Gurus einer neuen Esoterik-Religion? Oder etwa extremistische Fundis? Vielleicht übergeschnappte Sektenprediger? Weit daneben - die Beatles waren das, am Höhepunkt ihres internationalen Ruhmes. Hysterisch bejubelt, fanatisch umschwärmt, sehnsuchtsvoll erwartet als Garanten für zumindest ein paar Stunden Glücksgefühl und für die Illusion einer schönen, neuen und anderen Welt. Die Beatles - Messiasse des 20. Jahrhunderts.

Der Messias - jemand der kommt, langerwartet, langersehnt, langversprochen. All das, was mit eigener Kraft, Weisheit, Talent und Geld im Leben nicht zu schaffen oder zu verwirklichen ist, wird von dieser einen Person erhofft: Frieden, Glück, Gesundheit, Wohlstand, Schönheit, Lachen ohne Ende - das Paradies auf Erden oder zumindest im eigenen privaten Kämmerlein und Revier.

Die Beatles, Elvis Presley, Madonna und Robbie Williams - diese und andere Pop-Stars sind (von den gelegentlichen Anflügen unverschämten Größenwahns und von den ab und zu verlautbarten pseudoreligiösen Aussprüchen abgesehen) noch die harmloseren Vertreter der Gattung "neue Messiasse". Wirklich schlimm, verführerisch, zerstörerisch und menschenverachtend wird die Sache, wenn Politiker, Potentaten, Diktatoren, Religionsführer und einflussreiche Sektenbosse mit realer Macht, tatsächlichem gesellschaftlichem Einfluss und blind ergebener, kritikresistenter Anhängerschaft auftreten und messiasgleich agieren. Da gibt es eine Namensliste, die schon viel bedrohlicher klingt und bis in unsere Gegenwart reicht! Ein paar Beispiele: Hitler und Mussolini, Stalin und Castro, der Führer der Moon- Sekte und der Gründer von Scientology, links- und rechtsextreme Politpropheten, Bin Laden und fundamentalistische Hetzer aller Religionen...

Der Messias - wörtlich der "Gesalbte", von Gott mit einer Salbung beauftragt und mit seinem guten Geist ausgerüstet, um allen Menschen Versöhnung und Frieden, Heil und Hoffnung zu bringen und die neue Welt nach Gottes Maßstab einzuläuten und mit uns allen aufzubauen. Woran erkennen wir ihn? Wodurch können wir ihn von den vielen falschen Heils- und Glücksbringern unterscheiden?

Die Bibel nennt da einiges: er kommt still, in Ruhe und ohne riesige Propaganda-Maschinerie. Er hat keinen Machtapparat; seine Macht und Stärke liegt in seinen ins Herz gehenden, heilenden und aufdeckenden Worten, in seinen mitfühlsamen und notlindernden Taten. Er hat keine eingeschworene Anhängerschaft, aber er lädt alle ein, ihm zu Folgen im Denken, Reden und Handeln - freiwillig allerdings! Alles, was er sagt und tut, geschieht nicht im Eigeninteresse, sondern damit den Menschen geholfen wird, damit sie untereinander und mit Gott versöhnt werden, damit sie Gott neu vertrauen, ihn neu kennen und lieben lernen können. Niemals opfert er andere für "seine Sache", sondern opfert, wenn es sein muss, sich selbst für uns. Und wenn er stirbt, dann nicht aus morbider Todessehnsucht, sondern weil aus seinem Tod Hoffnung und Leben für andere entsteht.

So - und nicht anders - sieht der einzig wahre Messias aus. Mir fällt dazu nur einer ein, der allen Kriterien entspricht: Jesus von Nazareth, Sohn Gottes, Sohn der Maria. Der Messias - wer, wenn nicht er?

Mag. Gerhard Höberth, Pastoralassistent

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Gemeinsam statt Einsam!

Pfadfinderlogo Pfadfinder Das Sommerlager ist vorbei und wieder war es faszinierend zu beobachten, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne sich vorher gut zu kennen, zwei Wochen harmonisch miteinander verbringen können. Jetzt drängt sich natürlich die Frage auf, was veranlasst Kinder und Jugendlichen auf ein Sommerlager zu fahren? Bei den 6-12 jährigen spielt das Zutun der Eltern sicher eine große Rolle! Aber bei den Älteren muss noch mehr dahinter stecken! Das gute Programm alleine kann es nicht sein, denn wer schläft schon gerne freiwillig in einem Zelt, vergießt Bäche von Schweiß beim Auf- bzw. Abbau des Lagers, wandert gerne bei strömendem Regen durch die Natur oder stellt sich gerne beim Essen an? Die einzige vernünftige Erklärung ist die Freundschaft untereinander, die uns all diese Schwierigkeiten gelassen ertragen lässt! Denn was bleibt uns von einem Lager in Erinnerung? Wie man gemeinsam bei einer Wanderung nass wurde, wie man gemeinsam einen schiefen Tisch gebaut hat, wie man gemeinsam am Lagerfeuer gesungen hat.

Und komischerweise hat gemeinsam alles Spaß gemacht!

Gut Pfad, Thomas Haider

Die Rover der Pfadfindergruppe 20
Breitenfeld

Homepage: http://scout20.at/wien20/home.htm

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