Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 1/2007 |
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Pfarrblattartikel März 2007 - Mai 2007Artikel:Unser Gewissen - Tickende Uhr oder sanftes Ruhekissen?
Sprachwissenschaftlich ist das Wort verknüpfbar mit den Begriffen „Wissen“ und „Bewusstsein“. Schon in diesem Zusammenhang deutet sich eine gewisse doppelte Natur des eigentlich ungreifbaren Begriffs „Gewissen“ an. Denn natürlich glauben wir zu wissen, was das Gewissen ist und was es von uns verlangt. Andererseits empfinden wir das Gewissen nicht als etwas Äußerliches, sondern als Teil unseres Bewusstseins, mit dem wir eher „Fühlen“ als „Wissen“ empfinden. Das II. Vatikanische Konzil spricht vom Gewissen als einem „Gesetz, das der Mensch sich nicht selbst gibt“ und als „Stimme, die ihn immer zur Liebe und zum Tun des Guten und zur Unterlassung des Bösen anruft“ - das lässt einen wieder an etwas uns von außen Auferlegtes denken. Offensichtlich ist das Gewissen etwas, das sich jeder Mensch anders vorstellt. Ich denke an mein Gewissen als eine Art von Netz. Dieses Netz legt sich über alle von außen an mich herangetragenen Vorschriften, seien diese nun rechtlicher oder moralischer Natur, und bestimmen, welche davon ich bei meinem nach außen gesetzten Verhalten einhalte und welche nicht. Aber es ist meine Entscheidung und Verantwortung, dieses Netz so zu knüpfen, dass ich stets so handle, wie ich es für richtig halte. Natürlich wäre es moralisch unverantwortlich, dieses Netz so herzustellen, dass ich alle meine Handlungen rechtfertigen könnte, also etwa auch jene, die anderen Menschen Schaden zufügen. Ebenso unverantwortlich wäre es aus meiner Sicht aber, es so zu knüpfen, dass ich alle Vorgaben unreflektiert übernehme und mein Handeln ausschließlich extern determinieren lasse. Wonach ich mein Gewissen (also die Maschendichte und Durchlässigkeit meines Netzes) bilde, bleibt mir überlassen. Ob das nun das staatliche Recht ist oder Kants „Kategorischer Imperativ“ oder aber die Bibel und die Gebote der Kirche, das entscheidet einzig und allein jeder für sich. Als Christ glaube ich fest daran, dass Gott meinem Herzen sein Gesetz eingeschrieben hat und dass ich mich bei dem, was wir als „Gewissensentscheidungen“ bezeichnen, immer auf ihn, seinen Beistand, seine Orientierung verlassen kann. Auch wenn ich dieser Auffassung folge, bleibt es letztlich stets eine individuelle Entscheidung, ob man ein bestimmtes Verhalten nun tatsächlich setzt oder nicht. Ich kann also natürlich auch gegen mein Gewissen handeln. Dann ist das entweder eine bewusste Entscheidung im Einzelfall oder schon der Ansatz einer Umgestaltung meines Gewissens-Netzes. Denn wie sagt schon Erich Kästner? „Das Gewissen ist eine Uhr, die immer richtig geht. Nur wir gehen manchmal falsch.“ Ich glaube, Gott wird uns das verzeihen, solange unser Gewissens-Netz nur richtig geknüpft ist. Mag. Dieter Böhm Die Bühne meines Seelenlebens.
Es ist oft sehr schwer die Stimme des Gewissens zu hören. Oder anders gesagt, es ist oft sehr schwer hinzuhören. Und noch schwerer, danach zu handeln. Wie treffe ich am Ende meine Entscheidungen? Wenn ich in der Straßenbahn sehe, wie ein junges Mädchen bedrängt wird - werde ich ihm helfen? „Das könnte unangenehm für mich werden?“, „Mir hilft ja auch nie einer!“ „Ist mir doch egal, ich sehe einfach nicht hin“. Aber kann ich auch die flüsternde Stimme meines Gewissens hören und dem Mädchen helfen? Oder wenn ich nach der Arbeit nach Hause gehe und ich überlege, was es zum Abendessen gibt. Lieber Burger mit Pommes oder doch den Gemüseauflauf: „Ich bin viel zu müde und hab gar keine Lust zu kochen“, „Gemüseauflauf schmeckt sehr gut und ist noch dazu gesund“, „ich hab doch eh schon lange kein fast Food mehr gegessen“. Also heute hab ich den Burger gegessen. Es gibt Zeiten in denen ich öfter auf meine Gewissensstimme höre. Wenn ich mich stark fühle, ist es leichter das Richtige zu tun. Wenn ich müde, traurig, antriebslos oder grantig bin mag ich gar nicht hinhören. Eigentlich gar nichts mehr hören. Das Gemeine ist: Die Gewissensstimme gibt einfach nicht auf! Sie lässt sich nicht verdrängen und wenn, nur ganz kurz. Obwohl - wenn ich so drüber nachdenke, ist das ja ganz gut so… Auch Jesus im Garten Getsemani hat mit sich gerungen. Jesus ist nach dem Paschafest mit seinen Jüngern aus der Stadt geflohen. Die Soldaten und Priester sind ihm bereits dicht auf den Fersen. Er weiß, sie wollen ihn demütigen, foltern und schließlich am Kreuz ermorden. Er hat Angst und zweifelt. Wenn er weiter flieht verschwindet er aus der Geschichte. Er kann seine Berufung die, wie er überzeugt ist, von Gott kommt, nicht erfüllen. Aber er will leben und wehrt sich gegen den Tod. Sein Fleisch ist schwach, wird sein Geist stark sein? Wir wissen wie er sich am Ende entschieden hat. Es stellt sich die Frage: Ist die Stimme, auf die er hört, sein Gewissen oder Gott? Und wenn es Gott ist, ist Gott dann das Gewissen? Würde das nicht bedeuten, dass auch unser Gewissen Gott ist? Oder ist es anders und die Stimme unseres Gewissens hilft uns, auf Gott zu vertrauen und seinen Weg zu gehen? Hat uns Gott nicht von Anfang an die Wahl gelassen, unsere Entscheidungen selbst zu treffen? Alexandra Kolbe Pfarrgemeinderatswahl 2007 - Die KandidatenAm Samstag den 17.03.2007 von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr (Vorabendmesse) sowie am Sonntag den 18.3.2007 zu allen Messen, wählen wir in Breitenfeld, nach dem Modell des Listenwahlrechts, den neuen Pfarrgemeinderat. Für alle, die nicht die Möglichkeit haben, am 17. oder 18.3.2007 zu wählen, wird es möglich sein, vom 12. – 16.3.2007 während der Kanzleistunden, sowie am 14.03.2007 von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr, in der Pfarrkanzlei zu wählen. In den neuen PGR werden neun Kandidaten gewählt. Die Kandidaten für den neuen Pfarrgemeinderat sind:
Zur Pfarrgemeinderatswahl lesen Sie bitte auch die aktuellen Worte des Pfarrers. Blitzlichter der letzten Pfarrgemeinderats-Periode
Ausblicke, Aufgaben, HerausforderungenUnser Pastoralassistent – im Dezember 2006 zum Diakon geweiht – wird im Juni 2007 zum Priester geweiht. Bleibt er als Pastoralassistent? Unser Herr Pfarrer wird ist 67 Jahre alt und leider gesundheitlich angeschlagen. Die Suche nach neuen, jüngeren Kandidaten/innen war schwierig und hat gezeigt, dass die Aufgaben des PGR auch aktiven und interessierten Pfarrmitgliedern nicht ganz bewusst sind. Viele Vorhaben und damit viel Arbeit kommt auf die Pfarre zu – worauf warten wir also? Auf ans Werk und gutes Gelingen – mit seinem Segen! Reinhold Viehberger
Das Redaktionsteam dankt dem scheidenden Pfarrgemeinderat für sein Engagement, für die unserer Gemeinde geschenkte Zeit, für das Mit-Denken und Mit-Planen bei der Gestaltung diverser Vorhaben und das Mit-Tragen von Problemen. Ich selbst (gleichzeitig auch PGR - Mitglied) weiß aber auch, wie viele Nicht - PGR -Mitglieder etwas in unserer Pfarre bewegen, Verantwortung übernehmen und sich um Kontakte zu den Menschen bemühen. Ebenso weiß ich, dass manches bruchstückhaft bleibt oder misslungen zu sein scheint, aber „Erfolg“ zählt nicht zu den Namen Gottes. Brigitte Weiser Ein Mesner - DienstMesnerDer Mesner ist der „Hausbesorger der Kirche“, auch Sakristan genannt. Er ist für die Instandhaltung der Kirche und für die Vorbereitung der Gottesdienste in der Kirche verantwortlich. (Auszug aus dem Liturgischen Lexikon)
Alles ist schon vorbereitet wenn ich komme - nur noch ein Blick in das Messbuch und die Kerzen anzünden - ein letztes mal das Altartuch glatt streifen, kontrollieren ob genügend Hostien für alle da sind und zurück in die Sakristei um auf den Priester zu warten und ihm beim Umziehen zu helfen. Die Messe beginnt. Ich sehe vertraute Gesichter. Am Beginn gibt es viel zu lesen. Es ist eine Herausforderung, die Worte lebendig werden zu lassen. Am schwierigsten ist es, die Namen richtig auszusprechen. Natürlich habe ich den Text vorher nicht geübt. Ich denke mir: Augen zu und durch. Ich tu einfach so als wäre alles ganz einfach. Nach den Fürbitten übernimmt der Priester. Jetzt brauch ich mich nicht mehr zu konzentrieren und steh nur da und höre auf die vertrauten Worte. Ich betrachte das Bild auf der Rückwand der Marienkapelle. Meine Gedanken beginnen zu wandern. Ups - fast hätte ich auf das Klingeln beim Agnus Dei vergessen. Jetzt bin ich wieder voll da. Nur noch Kommunionspenden und der Schlusssegen und die Messe ist aus. Herr Hans ist so lieb und öffnet die Türe für den Priester und mich, als wir die Marienkapelle verlassen. Nur noch Wegräumen und Vorbereiten für die nächste Messe. Alles gehört auf seinen Platz: Messgewand, Kelch und Kännchen, das Körbchen zum Absammeln. Die Bücher noch richtig aufschlagen. Jetzt kommt der gruselige Teil - kontrollieren ob sich auch niemand in den Beichtstühlen versteckt hat und die Kirche zusperren. Die Scheinwerfer der vorbeifahrenden Autos erzeugen lange Schatten. Selbst wenn ich alle Lichter anzünde fühle ich mich alleine nicht sehr sicher. Die beste Erklärung warum die Statue sich ganz sicher nicht bewegen kann, vertreibt das flaue Gefühl in meinem Bauch auch nicht. Gott sei Dank, ist fast immer jemand an meiner Seite um die Geister zu vertreiben. Alexandra Kolbe |
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