Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 4/2007 |
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Pfarrblattartikel Dezember 2007 - Feber 2008Artikel:In eigener Sache:Nach Möglichkeit versucht das Redaktionsteam programmatische Inhalte und Themenschwerpunkte vielfältig zu gestalten. Ebenso soll auch kontroversen Diskussionspunkten unbeeinflusst Raum gegeben werden, wobei die Eigenverantwortung für den Inhalt jeweils beim unterzeichneten Verfasser liegt. Die Redaktion behält sich lediglich notwendige Kürzungen und Korrekturen in Absprache mit den jeweiligen Verfassern vor. Ihr Redaktionsteam Pfarrflohmarkt 2007
Allen Käufern und Helfern herzlichen Dank!Ergebnis: € 6.459,01 Nun gut. Etwas beruhigter, aber vorerst von einem unangenehmen Gefühl begleitet, stelle ich mir die Frage, ob wir unseren Flohmarkt bei schlechtem Wetter nun doch in der Kirche statt finden lassen sollten. Ist diese Wahl legitim? Aus Sicht unserer Gemeinde ist der Flohmarkt eine gute Möglichkeit einige Kosten die in den Jahren aufgelaufen sind wieder zu tilgen. Zudem ergaben sich dann im Laufe des Samstages einige interessante Gespräche mit Flohmarktbesuchern und Verkäufern. So gibt es durchaus viele Käufer, die sich bei uns ihre „erste Wohnung einrichten, und die Küche endlich mit dem bestücken, was noch so dringend gefehlt hat“, andere die „natürlich viel zu viel Gewand einkaufen, aber da geht es halt“ und weitere, die am liebsten zu diesem Flohmarkt kommen. „Es gibt zwar nicht immer die aller schönsten Sachen, aber viel Ausgefallenes und außerdem ist es sehr günstig.“ Nicht zu vergessen ist der sozial-kommunikative Aspekt dieses launigen Herbsttages. Die Kälte und dazwischen das warme Mittagessen (danke an unsere Küchencrew – es war wieder ausgezeichnet), die Suche nach einem Mantel, einer Jacke oder sonst irgend etwas Warmen zum Anziehen, die Freude über ein erstandenes Stück und die kabarettreifen Szenen, die sich immer wieder im Laufe des Tages ergeben. Schließlich hatte das Wetter ein Einsehen mit uns, es hat nicht geregnet (und das wusste auch die Wetterprognose voraus), es war unangenehm kalt, wir wurden aber trotzdem von einigen Sonnenstrahlen gewärmt. Samstag, 6.Oktober, 18.00 Uhr – ein gutes Gefühl stellt sich ein! In diesem Jahr mussten wir uns der schwierigen Frage – ob wir nun doch in die Kirche gehen sollen, um all das oben Genannte zu erreichen und zu erleben – nicht stellen. Meine Überlegungen und die vieler anderer Menschen ob für oder gegen diese Veranstaltung in unserer Kirche waren heuer nur theoretisch. Sind Sie anderer Ansicht? Habe ich genau mit Ihren Worten gesprochen? Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Gedanken. Karoline Kobermann Alle Jahre wieder…
…kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die Diskussion, um nicht zu sagen die Auseinandersetzung um die Möglichkeit an den Sonntagen des Advent und im Besonderen auch am 8. Dezember die Geschäfte aufzusperren um die Möglichkeit zu vorweihnachtlichem Einkauf zu bieten. Ich möchte mich nicht mit den wirtschaftlichen Argumenten befassen, aber doch einige Gedanken zu diesem Thema anbieten: Jedes Jahr ertönen laute Klagen über den Stress der vorweihnachtlichen Zeit, wobei ich daran erinnere, dass Sonn- und Festtage Ruhe von der Arbeit bieten sollen. Sie machen es möglich, von der beruflichen Tätigkeit frei zu sein, ohne dafür in irgendeiner Form benachteiligt zu werden. Ihr Sinn besteht darin, von den alltäglichen Mühen ein wenig auszuruhen. Die Arbeit ist für den Menschen und nicht der Mensch für die Arbeit da!. In keiner Weise möchte ich die Wichtigkeit der Arbeit herabsetzen, doch ihre primäre Bedeutung besteht im Erwirtschaften des notwendigen Einkommens, in der Verwirklichung des Menschen und in der Weiterentwicklung der Gesellschaft. Von Übel wäre es aber, wenn sich der Mensch von der Arbeit verknechten ließe oder sie gar zum Götzen machte. Sonn- und Feiertage bieten uns die Möglichkeit nicht nur in der Ruhe, sondern auch im Gottesdienst den wahren Sinn des Lebens zu finden. In diesem Sinn wünsche ich allen doch Zeiten der Ruhe und die Möglichkeit der Besinnung über das Wunder der Menschwerdung Gottes. Ihr Pfarrer Elmar Mayer Süßer die Glocken nie klingen…Das Lied der GlockenIch stehe abends am Kirchturm und plaudere mit der Glocke. Fragen Sie nicht, was ich dort oben verloren habe und warum ich mit einer Eisenbirne spreche. Das ist belanglos. Aber nicht das, was mir die Glocke zu erzählen hat. „Früher“, sagt sie, „war alles besser“. Da hat sie ihren Klang laut und weit über die Stadt schallen lassen können. Von der Josefstadt aus hinüber nach Ottakring und Hernals und sogar bis in die Innenstadt. Da hat sich ihr Gesang mit jenem der anderen Kirchenglocken vermischt und mehrmals am Tag eine wunderbare Sinfonie ergeben. „Aber heute kämpfe ich machtlos gegen tausende Autos vor meiner Nase. Und die Flugzeuge! Die machen mir Kopfweh. Und es ist mir, als würden die Menschen selbst auch nicht mehr hinhören, als würden sie meinen Ruf aus ihrer Wahrnehmung ausschließen.“ Ich muss ihr Recht geben, der Lärm, der von unten heraufdringt, ist schon ziemlich intensiv. „Aber wie ist es denn zum Beispiel in der Adventzeit, der stillsten Zeit des Jahres?“, frage ich. Und Sie, als erfahrene Konsumkritiker, können sich vielleicht vorstellen, wie naserümpfend, genervt und gleichzeitig traurig mich die alte Glocke daraufhin ansieht. Wie Glocken halt so schauen, wenn sie es mit viel jüngeren und unwissenden Gesprächspartnern zu tun bekommen. „Still? Ich bitte Sie! Am Gürtel fahren noch viel mehr Autos, alle am Weg ins nächste Shopping Center. Die Menschen hetzen sich und rennen mit Scheuklappen durch die Welt. Und die Kaufhaus-Jingle-BellsMusik höre ich sogar bis zu mir herauf. Gerade in der Adventzeit bin ich besonders einsam.“ Und aus dem Inneren des Klangkörpers entsendet sie ein kleines Schluchzen. Ich habe Mitleid mit der alten Glocke, würde sie am liebsten in den Arm nehmen und trösten. Aber dafür ist sie einfach zu dick und, geben wir es zu, auch ziemlich schmutzig. So kann ich mir nur mit Worten helfen und beschwichtigen. „Ich bitte Sie, liebe Glocke, also ich höre Sie immer noch. Denn Sie sind mir wichtig, auch ganz besonders im Advent. Und ich weiß, dass es da unten viele Menschen gibt, die sich an Ihrem Klang erfreuen und sich nicht von Kaufhaus- und Verkehrslärm ablenken lassen. Sie sind ganz und gar nicht vergessen!“ Da freut sich die Glocke und lässt ihren Schlögel kräftig herum–schaukeln. Einen donnernden Freudenjuchzer schickt sie aus und lässt dabei den ganzen Glockenstuhl erbeben. Ich steige wieder herab von dem hohen Turm, mit Staub an den Händen und meiner Hose und dem Vorsatz, meine Mitmenschen daran zu erinnern, dass sie, wenn sie innehalten und genau hinhören wollen, im Lärm und der Hektik der Adventzeit auch unsere Kirchenglocken hören können – die Glocken, die eine andere Botschaft verkünden als jene der Einkaufsstraßen und Punschstände. Vielleicht nehmen auch Sie sich etwas Zeit und lauschen den Geschichten, die unsere Glocken so stolz verkünden? Das würde sie sehr glücklich machen. Ach übrigens, mein Ohrenarzt hat gesagt, wenn ich noch einmal mit so einer großen Glocke auf Tuchfühlung gehe, brauche ich das nächste Mal gar nicht mehr zu ihm zu kommen. Jakob Sonnleithner … als zu der WeihnachtszeitGedanken zur Bedeutung des GlockengeläutsAdvent und Weihnachten im WandelEs steht an, die Veränderungen in der Advents- und Weihnachtszeit einmal nüchtern zur Kenntnis zu nehmen. Früher hatte es vielleicht noch den Anschein, dass im Advent alle in kollektive Besinnung verfallen. Heute liegen die Prioritäten anderswo. Viele Menschen tun das, was sie auch den Rest des Jahres gerne machen: Konsument sein. Das ist durchaus menschlich. Wir alle haben Freude an schönen Dingen und daran, uns etwas Gutes zu tun. Freilich brauchen wir uns dadurch nicht von anderem, das uns wichtiger ist, ablenken lassen. Religion wird heute nicht mehr von einer breiten Mehrheit mitgetragen. Wenn sie in unserem Leben eine Rolle spielen soll, können wir uns nicht einfach darauf verlassen, von den anderen mitgerissen zu werden. Klänge von anderswoAm 8. Dezember werden sich in den Lärm der vorweihnachtlichen Geschäftstüchtigkeit Töne mischen, welche die Menschen an eine tiefere Dimension ihres Lebens erinnern möchten. Überall werden die Kirchenglocken ihre Stimme erheben und zu Gottesdiensten anlässlich Maria Empfängnis einladen. Der Klang der Glocken dringt verlässlich zu unseren Ohren vor. Es liegt aber bei jedem einzelnen Menschen, ob er sich davon auch berühren lässt. Glockenblume
Herr – eines wünsch ich mir schon lang: Wilhelm Rudnigger Alltägliche KlängeGlockengeläut gehört zu unserem Alltag. Auch viele, die bewusst christlich leben wollen, sind so daran gewöhnt, dass sie die Glocken zwar wahrnehmen, aber sich keine weiteren Gedanken über ihre Botschaft machen. So hat sich zum Beispiel die Meinung eingebürgert, dass das Läuten dazu da ist, die Zeit anzuzeigen. In Wirklichkeit aber fordert es uns auf, inne zu halten und uns auf das Wesentliche zu besinnen. In der Früh, zu Mittag und am Abend rufen uns die Glocken zu: Mensch, denke daran aus welchen Quellen du lebst und welche Hoffnung dich trägt! In unserer Zeit, die nicht von allgemein geteilter Religiosität geprägt ist, bekommt das alltägliche Glockenläuten wieder eine tiefere Bedeutung. Es erinnert uns verlässlich daran, dass das Leben mehr ist als unsere Alltagsfreuden und Alltagssorgen. Es erinnert uns daran, dass wir uns das Leben nicht selbst gegeben haben und wir deshalb auch von Gott erwarten können, dass er unser Leben schützend begleitet. Die Glocken laden uns ein, mit Gott in Kontakt zu treten und unseren Alltag in seiner bergenden Nähe zu verankern. Traditioneller Weise wird dazu der „Engel des Herrn“ gebetet. Das Läuten in der Früh, zu Mittag und am Abend hat davon auch seinen Namen bekommen: „Angelus-Läuten“, von lateinisch „angelus“ - „Engel“. Der Klang des AußergewöhnlichenZweimal im Jahr durchbrechen die Glocken unserer Kirchen die nächtliche Finsternis und Stille. Mitten in der Nacht verkündet ihr Klang zu Weihnachten die Menschwerdung Gottes. In der Osternacht geben die Glocken nach tagelangem Schweigen alles, um beim Gloria die jubelnde Botschaft von der Auferstehung zu den Menschen hinauszutragen. Wo nach der Osternachtsfeier noch Auferstehungsprozessionen stattfinden, wird durch ausführliches andauerndes Glockenläuten und viele Kerzen die Nacht zum Tag gemacht. Das verdeutlicht ohne viele Worte das Geschehen von Ostern: Das Schwache wird stark, der übermächtige Tod unterliegt dem Leben. Auch jene, die zu Hause geblieben sind, hören, dass diese Nacht anders ist als alle anderen Nächte. Mit Hilfe der Glocken behalten wir unsere Freude nicht im Inneren der Kirchen, sondern teilen sie auch denen mit, die nicht dabei sind. Bewusst hinhörenDie Kirchenglocken wollen gehört werden. Es bietet sich an, im Advent zur Vorbereitung auf Weihnachten besonders aufmerksam auf ihr Läuten zu sein. Daraus kann eine Gewohnheit werden, die auch dann noch anhält, wenn Weihnachten vorbei ist. Wir brauchen dazu nur die Bereitschaft, uns kurz unterbrechen zu lassen, wenn wir eine Glocke zum „Angelus“ läuten hören. Hier seien einige Möglichkeiten aufgezählt, wie das geschehen kann:
Jochen Simon 13. Fußwallfahrt nach MariazellDie 13. Fußwallfahrt nach Mariazell: eine Wallfahrt wie jede andere und doch in jeglicher Hinsicht anders.Dieses Anderssein begann mit einem starken Unwetter am Montag Nachmittag, das uns am Weitergehen hinderte. Wir mussten der Naturgewalt nachgeben und mit dem Auto zu unserem Nachtlager fahren. Man kann sich vorstellen, dass die Stimmung etwas gedämpft war und ein Schuldiger gesucht wurde. Es dauerte nicht lange, bis wir die Zahl 13 für die Sache verantwortlich machten. Sie kann einem richtig Leid tun, denn von nun an wurde sie für alle Pannen zur Verantwortung gezogen. Glücklicherweise gab es davon nicht all zu viele. Um genau zu sein nur noch eine, nämlich dass das Wallfahrerkreuz die Verschnaufpausen als zu kurz empfand und öfter gerne noch etwas länger verweilte als wir. Im Endeffekt sind wir dem „Faulpelz“ aber immer auf die Schliche gekommen und konnten ihn wieder auf den rechten Weg führen. Anders war die diesjährige Wallfahrt auch, weil erstmals mehr Kinder und Jugendliche mitgegangen sind als Erwachsene (10:9). Andere Wallfahrergruppen staunten über so viele junge Wallfahrer und selbst der Geistliche in der Basilika betonte, dass wir eine sehr jugendliche Gruppe seien. An den Abenden haben wir Jugendlichen viel gesungen, unter anderem von Feuersalamandern und Schokobananen. Das Thema der Wallfahrt: „Ein neues Gebot gebe ich Euch: Liebt einander, wie ich Euch geliebt habe!“, ging auch über die Grenzen dieser Wallfahrt hinaus, indem wir für die Menschen gebetet haben, die wir gern haben und lieben, die uns auf unserem Weg aber nicht begleiten konnten. Nun blicken wir schon mit großer Freude in Richtung 14. Fußwallfahrt nach Mariazell, das uns ohne Papstbesuchs-Hysterie, ORF-Kameras und BaumfällAktionen definitiv besser gefällt. Katharina König Einfach zum Nachdenken:Jesaja 9,1-2, 5-6: Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. Dr. Wolfgang Zischinsky |
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