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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 1/2008

Pfarrblattartikel März 2008 - Mai 2008

Das vollständige Pfarrblatt mit allen Bildern und dem Pfarrkalender gibt es natürlich auch als PDF-Datei im Downloadbereich zum herunterladen.

Zum Nachdenken

Marcelo Sahulga

Man kann natürlich hochtheologisch und rhetorisch perfekt die Auferstehung Christi erklären. Aber für die Menschen, die zweifeln, die trauern, die am Rande der Gesellschaft stehen, die sich vor unlösbaren Problemen sehen, ist dieser Zugang schwer zu begreifen.

Eines Nachmittags kam eine Frau zu mir. Sie war total verzweifelt und erzählte mir, dass ihr Mann sie wegen einer jüngeren Frau verlassen habe. Auch ihre Schwester und ihre Töchter redeten nicht mit ihr. Sie fand also bei niemandem Trost oder Mitleid - sie hatte niemanden, der ihr zuhörte. Für sie war auch Gott zu fern und unnahbar. Wie viele Fragen hatte sie, die ich nicht beantworten konnte. Und immer wieder sagte sie: „Ich habe niemanden…“

Und ganz spontan sagte ich: „Ich bin für Sie da!“ Das Gesicht dieser Frau strahlte und sie war voller Dank und leiser, neuer Zuversicht.

Für sie war es ein Auferstehungserlebnis.

P. Marcelo Sahulga, SVD

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Pfarrfasching

Ein Einhorn, Wurzelmännchen, Spinnen, Fledermäuse und sonstiges Getier im lichten Birkenhain. Der Wind trägt die beschwingte Musik und das Gemurmel einer bunten Festgesellschaft zu mir. Allerlei Wesen tummeln sich auf der Lichtung: Prinzen und Prinzessinnen, Zwerge, Hexen und da: eine gute Fee! Sie laben sich am kalten Buffet und nehmen manch zauberhaften Trank zu sich. Versteckte Edelsteine, eine Höhle aus der es qualmt und die Zettelchen des Glücks. Gefangen durch die Magie des Festes bleibe ich bis der Morgen graut.

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Die kleinen Könige…

Ergebnis: € 7.410,30

„Die kleinen Könige“ aus der Pfarre Breitenfeld (organisiert von Lilly und Peter), die als Sternsinger auf den Weg zu den Menschen waren, haben heuer 7.410,30 Euro gesammelt für Not leidende Kinder in aller Welt. Es werden mit dem Geld, das sie sammelten, zwei Projekte in Brasilien unterstützt. Es soll auch unsere Gesellschaft in der gerechten Verteilung von Lebenschancen und im solidarischen Zusammenhalt stärken. Sie waren praktisch 4 Tage unterwegs (von 3.-6. Jänner), zogen im Pfarrgebiet von Tür zu Tür und sangen ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“.

Liebe „kleine Könige“,
danke für Eure Hilfe und Euer Beispiel!

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Auferstehung

Marcelo Sahulga

Immer wieder erreichen uns Meldungen aus den Kriegsgebieten, die über schlimmste Gräueltaten berichten. Immer wieder hören wir von Terroranschlägen, Naturkatastrophen, die nur grausame und dunkle Bilder bringen. Viele Menschen sind krank geworden. Viele klagen: Das Leben ist schwerer geworden. Es scheint nur Hoffnungslosigkeit, Grausamkeit und Tod zu geben. Wo ist das Leben? Wo ist der rettende Gott? Wo ist die Frohbotschaft der Auferstehung?

In der Situation, in der sich die Menschen befinden - wie können wir die frohe Botschaft der Auferstehung verkünden? Wie können wir sie überzeugen, dass die tröstende Liebe Gottes stärker ist als der Tod, als die Hoffnungslosigkeit?

Woher wissen wir eigentlich, ob Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist?

Es gibt viele Erzählungen im Neuen Testament, Ereignisse, wo Jesus nach seinem Tod erschienen ist. Wir hören von den Jüngern, die unter Führung von Petrus wieder auf den See von Tiberias zum Fischfang hinausfuhren. Und als sie erfolglos ans Ufer zurückkehrten, da stand dort der Auferstandene.

Ähnliches wird uns auch von den Emmaus-Jüngern berichtet. Der Auferstandene kam und ging mit ihnen. Und sie redeten mit ihm über ihre Enttäuschung, die der Tod Jesu ihnen gebracht hatte. Er sprach sie an. Er ging mit ihnen ihres Weges und hielt auch mit ihnen das Mahl. Sie erkannten Jesus, den Auferstandenen.

Ja, was zu Ostern geschehen ist, weckt unser Interesse und berührt uns zutiefst. Die Auferstehung Christi, die wir zu Ostern feiern, hat unser Verständnis in Bezug auf den Tod verändert. Dadurch hat sich auch etwas an unserem Tod geändert. Wir stehen nun nicht mehr einem Nichts gegenüber, sondern wir begegnen dem unsterblichen Gott, um mit ihm in einer ewigen Gemeinschaft zu leben.

Aber nicht nur die transzendente Ahnung, ein im Jenseits angesiedeltes „feeling“ motiviert uns. Es geht um unser ganz konkretes Leben. Dass diese Hoffnung trägt, zeigen uns zu aller Zeit Menschen, die das Licht weitergeben und die Frohbotschaft verkünden: Angefangen hat Jesus mit den beiden Emmaus-Jüngern, denen er ihre Trauer und Hoffnungslosigkeit in Licht verwandelte und ihnen Zuversicht gab.

Die Auferstehungsbotschaft ist Zeichen der Hoffnung,  Antrieb zum Weitermachen, im Hier und Jetzt. Das gilt für uns, für alle, die mit uns sind, das gilt aber auch für die Menschen auf der Flucht, für die Menschen, die in Krisen, in Dunkelheit und in Hoffnungslosigkeit geraten sind.

Und dabei soll und darf nicht vergessen werden, dass dieses konkrete Leben sehr wohl eben auch seine Schattenseiten hat - ich habe eingangs aktuelle Ereignisse aufgezeigt, die uns das schmerzlich vor Augen führen. Und jeder von uns weiß auch, dass der Glaube an den Auferstandenen nicht davor schützt, dass auch wir einmal in Zeiten der Trauer und Hoffnungslosigkeit nur Dunkelheit sehen. Und wir fragen Gott: Wo bist du?

Was bleibt, ist uns gegenseitig immer wieder Hoffnung zu geben, die uns trägt, stärkt und ermutigt. Hinzugehen zu den Menschen, die immer noch Karfreitag haben, um ein Stück von unserem Licht zu bringen, um einen Hoffnungsschimmer in ihr Leben zu tragen, wo immer wir ihnen begegnen!

P. Marcelo Sahulga, SVD

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Menschen brauchen Bilder

Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. (Ex 20, 4)

<em>Jochen Simon

Das biblische Verbot, sich von Gott kein Bild zu machen, scheint eindeutig und einfach. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass es nicht darum geht, mit Pinsel und Farbe ein Bild von Gott zu malen oder eine Skulptur anzufertigen. Das schaffen ohnehin nur die, die eine künstlerische Ader haben. Wir Menschen machen uns aber unentwegt Bilder und zwar, sobald wir zu denken oder zu sprechen beginnen. Wenn es zum Beispiel um schwierige abstrakte Inhalte geht, kommen wir ohne sprachliche und gedankliche Bilder nicht aus. Auch bei Gott trifft dies in besonderem Maß zu. Weil Gott nicht sichtbar, nicht angreifbar und daher auch nicht begreifbar ist, können wir gar nicht anders, als ihn mit Elementen unserer Erfahrung zu vergleichen. Wenn wir das tun, haben wir uns aber schon ein Bild für Gott gemacht. Auch die Bibel tut das an vielen Stellen, obwohl sie doch anderswo Gottesbilder verbietet.

In den Psalmen wird Gott mehrmals mit einer Burg verglichen, um auszudrücken, dass wir bei Gott sicher und geborgen sind. Jedoch wird niemand meinen, dass Gott eine Burg ist. Es handelt sich um einen Vergleich. Jesus bezeichnet Gott als Vater. Selbst hier kann es sich nur um einen bildhaften Vergleich handeln. Gott ist wie eine Burg und wie ein guter Vater. Wir können ihn deswegen auch mit Vater ansprechen. Trotzdem sind diese Bilder mindestens ebenso falsch wie zutreffend. Wir Menschen brauchen Bilder, um etwas über Gott aussagen zu können. Aber selbst das beste Gottesbild trifft immer nur einen winzigen Teil der unfassbaren Wirklichkeit Gottes. Das Bilderverbot der Bibel mahnt uns eindringlich, das nicht zu übersehen.

Jochen Simon

Die Gottesbilder auf dieser Seite wurden von Firmlingen unserer Pfarre in diesem Bewusstsein gestaltet. Sie sind Ausdruck unseres menschlichen Suchens und Fragens nach Gott.

Ameisenhaufen „Gott ist für mich wie ein Kind mit einem Ameisenhaufen. Gott ist kindisch und so gescheit wie ein dreijähriges Kind.“

Wenn das Kind im Ameisenhaufen zu stochern beginnt, bricht eine Katastrophe über die Ameisen herein. Das kleine Kind weiß gar nicht, was es da anrichtet. Hier wird eine Urfrage der Menschheit laut: Woher kommt das Leid in der Welt, wenn doch der Schöpfer der Welt es gut mit uns meint. Das Bild ist provokant, aber durchaus berechtigt. Die Frage nach dem Leid können wir zwar im Glauben überwinden, aber nicht beantworten.

Hofnarr „Gott ist für mich wie ein Hofnarr, immer für Spaß zu haben und lustig.“ Gott hat die Macht, die Menschen glücklich zu machen.

Auf den ersten Blick ruft dieses Bild vermutlich Ablehnung hervor. Aber es ist doch bedenkenswert: Gott will die Menschen froh machen. Auch der Humor ist ein Teil von Gottes Schöpfung. Darüber hinaus kann das Bild an Gott erinnern, der Mensch geworden ist, an Jesus, der sich für seine Zeitgenossen zum Narren gemacht hat, der Schwäche gezeigt hat und sich verspotten ließ.

Chef „Gott ist für mich der Chef und Leiter des Universums.“ Gott ist allmächtig und Herrscher über das All.

Gott hat den Überblick über das Ganze, in dem wir Menschen nur kleine Teile sind.

Geist „Für mich ist Gott ein Geist.“

Gott ist nicht sichtbar, aber doch spürbar anwesend und in diesen Punkten mit dem, was wir unter einem Geist verstehen, vergleichbar.

Schutzengel „Gott ist für mich wie Schutzengel.“ Gott schützt die Menschen.

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Kennst Du das?

Tabernakeltür

Wenn ich in unsere Kirche hineinkomme, gilt der erste Blick Jesus im Tabernakel.

Es fällt auf, dass dieser Ort gut sichtbar, ganz vorne und erhöht, sofort als der Mittelpunkt dieses heiligen Ortes zu erkennen und ausgezeichnet ist. Dies ist er durch die Verwendung von Gold, das ihn gegenüber allem anderen im Raum absetzt. Gedeckte Farben und matte Materialien, so auch der Stein, heben diese Mittelpunkt indirekt zusätzlich hervor.

Gold bezeichnet, von der Ikonenmalerei bis ins Mittelalter, die Anwesenheit des Heiligen, Göttlichen.

Hier ist dieses Basrelief gänzlich aus Gold, was besagt: Er ist es selbst.

So bekommt die Auferstehungs-Darstellung, die wir von der Ferne nicht wahrnehmen können, im wahrsten Sinn des Wortes den realistischen Hintergrund durch das Sakrament, durch das uns Jesus in die Fülle des Lebens hineinnimmt.

Mag. Therese Gaisbauer

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