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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 2/2008

Pfarrblattartikel Juni 2008 - August 2008

Das vollständige Pfarrblatt mit allen Bildern und dem Pfarrkalender gibt es natürlich auch als PDF-Datei im Downloadbereich zum herunterladen.

Gedanken über Grünes Geld

Walter Weiser

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Grünes Geld“? Es ist nicht unbedingt gleichgültig, wo man sein Geld „hineinsteckt“ das heißt investiert: es könnte sehr leicht sein, dass eine kleinere oder größere Summe, die man zur Altersvorsorge ertragreich anlegen will, letztlich umweltschädliche Aktivitäten finanziert. Wenn ich also die Verwendung meines Geldes für umweltfreundliche oder andere „ethisch saubere“ Aktivitäten sicherstellen will, habe ich eine entsprechende Möglichkeit: ich entscheide mich für so genanntes „Grünes Geld“. Nachhaltige Veranlagungen, ökologische Geldanlagen, ethisch-ökologische Investments haben gleiche oder ähnliche Ziele.

Gruenes Geld

In der Praxis werde ich – so weit ich mich nicht selbst informieren kann – anlässlich eines Beratungsgespräches (zum Beispiel bei meiner Hausbank) nach den eben genannten Anlageformen fragen und dann aus dem entsprechenden Angebot auswählen – der Bogen reicht hier vom Umweltsparbuch bis zu „Grünen Fonds“ bzw Nachhaltigkeitsfonds.

In diesem Zusammenhang soll auch erwähnt werden, dass durchaus nicht von großen Summen einer „kontrollierten“ Geldanlage die Rede ist; auch kleine Mosaiksteine tragen zum grünen Gesamtbild bei.
(Quelle: http://www.gruenesgeld.at )

Walter Weiser

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„Bitterschokolade aus bitteren Verhältnissen“
EZA in der Pfarre Breitenfeld

Kerstin Böhm

„Ich hätt´ so gern wieder die Bitterschokolade vom letzten Mal!“ „Nur einfach Bitterschokolade, oder ein Zusatzgeschmack?“ „Ich glaub da waren so Orangen- oder Birnenstückchen drin!“ „Bitte sehr!“ „Und habt Ihr Curry? Aber bitte nicht den ganz scharfen“ –„ Ich hab mild, mittelscharf und ganz scharf“ „Na, dann den milden! Ach ja, und eine Packung Chilie auch bitte.“ „Den gibt’s aber nur scharf!“ Lachend: „Ja, da stört’s mich nicht so. Und dann noch eine Packung Jasminreis bitte“ „Bitte schön. Noch was?“ „Nein, das wär’s!“ „Wären dann 15 Euro 30 bitte … Danke! Und noch einen schönen Tag!“

Ein Gespräch unter der Woche am Feinkoststand auf einem Markt, z.B. am Wiener Naschmarkt, zwischen dem Obst- und dem Wurststand? Nein, ein Gespräch am EZA-Stand am Sonntag mitten in einem Pfarrsaal zwischen Kaffee und Kuchen.

Kaffeetasse

Gleich wenn man in den Saal hineinkommt, auf der linken Seite, sitze ich einmal im Monat, meistens am 3.Sonntag des Monats, an meinem, extra von Michael Kobermann angefertigten tollen Echtholzstand, und verkaufe Kaffee, Tee, Gewürze (siehe Curry und Chilie!), Honig, mittlerweile auch eher neue Dinge wie Reis und Nudeln, und vor allem jede Menge Schokolade.

Ab und zu werde ich auch von der Jugend-Theatergruppe abgelöst.

Was mich immer besonders freut, ist, dass unsere Pfarrmitglieder und unter diesen meine „Stammkunden“ (und davon hab ich einige :-) nicht einfach nur genussfreudig kaufen, was ja nichts Schlechtes ist, sondern durchaus auch bewusst, da diese Einkäufe einem guten Zweck dienen. Das merke ich daran, dass ausnahmslos jeder und jede mehr bezahlt als den eigentlichen Preis, und das oft sehr großzügig. Im Detail wissen wohl wenige, was EZA bzw. Fairtrade genau bedeutet, aber allgemein ist bekannt, dass in vielen Ländern Südamerikas und Afrikas der kleine Mann oder die kleine Frau, die dafür sorgen, dass wir die Feinbitterschokolade mit Birnenstückchen genießen können, auch tatsächlich die adäquate Bezahlung dafür bekommen.

Und wenn dann wieder ein Kilo ganzer fairer Bohnen mit Begeisterung gekauft wird, oder der eine kleine Bub da einen Schokoriegel Marke Fairetta for kids mit Pops gekauft hat, haben KäuferInnen und Verkäuferin noch zusätzlich das gute Gefühl, zu einem fairen Marktgeschehen mit qualitativ guter Ware beigetragen zu haben!

Mag. Kerstin Böhm

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Fair Trade

Monika Kolbe

Haben Sie sich schon einmal überlegt, unter welchen Unständen das, was Sie einkaufen erzeugt wird? Welchen Lohn die Menschen bekommen, die z.B. ihre Banane geerntet haben, unter welchen Bedingungen Sie arbeiten müssen?

Es gibt ein Projekt für nachhaltigen Konsum, in dem eine Methode erdacht wurde, mit der Sie die Nachhaltigkeit ihrer Ausgaben messen können - als Orientierungshilfe für nachhaltigen Konsum im Sinne globaler Zukunftsfähigkeit.

Die Kriterien sind: BIO, FAIR, NAHE.

  • BIO: wurde das Produkt ohne Chemie produziert, mit wenig Abfall, aus erneuerbaren Rohstoffen.
  • FAIR: ohne dass Arbeitskräfte ausgebeutet und ausgenützt wurden.
  • NAHE: wurde es nicht von weither transportiert und damit viele Rohstoffe verbraucht. Wenn Sie also 1 kg heimische BIO Äpfel um 2,40 € kaufen, ist ihr € den vollen Betrag wert. Kaufen Sie BIO Faire Bananen um 3 € ist er allerdings nur 2 € wert, denn in vertretbarer Nähe sind diese Bananen sicher nicht gewachsen ( http://www.nachhaltig.at ).

Ich denke nicht, dass wir alle zu Puristen werden müssen und ab heute keine Bananen mehr essen dürfen, aber ich denke ein mündiger Konsument sollte sich der Verantwortung bewusst sein, die er durch den Kauf eines Produktes für die Umwelt, für die Arbeitsbedingungen von Menschen, für die Wirtschaft hat.

Laos

Kleidung, die wir in Europa kaufen wird zum Großteil in Asien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa produziert. Die Auslagerung der Bekleidungs- und Sportartikelindustrie in Fabriken in Billiglohnländern ermöglicht den Unternehmen extrem niedrige Herstellungs- und Lohnkosten. Aufgrund der, auch für lokale Verhältnisse extrem niedrigen Löhne, ist es den Arbeiter/innen trotz Überstunden nicht möglich, ihre Familien ausreichend zu versorgen. Über die Arbeitsbedingungen unter denen vor allem Frauen diese niedrigen Löhne bekommen, kann man sich ausreichend informieren.

Sie müssen sich jetzt nicht ausschließlich in von Ihnen gesponnener, gewebter und genähter Kleidung kleiden, aber Sie können beim Kauf Ihrer Kleidung nachfragen, woher die Ware kommt und unter welchen Produktionsverhältnissen sie entstanden ist. Sie können damit das Personal und das Management dieses Betriebes sensibel für dieses Thema machen. (Der Verkäufer in einem Lebensmittelgroßmarkt, der mit mir den Verkaufsstand für EZA Produkte gesucht hat, weiß seither, dass es EZA Produkte gibt und dass man sie in dem Geschäft, in dem er arbeitet, kaufen kann.) Übrigens: Den Ethiktest 2007 können Sie unter http://www.cleanclothes.at nachlesen.

Ich hoffe, Sie haben schon von Fair Trade Produkten gehört und sind Käufer/in dieser Produkte. Wenn Sie Waren mit diesem Gütesiegel kaufen, haben Sie die Gewissheit, dass Sie Lebensmittel höchster Qualität erwerben (Zotter, der Schokoladenhersteller, kauft deshalb EZA Kakao für seine Schokolade) und die Produzent/innen für die Rohstoffe faire Preise erhalten haben – unabhängig von den Weltmarktpreisen. Die Bauern können eigenverantwortlich wirtschaften, die Menschen in den Entwicklungsländern können ihre Existenz weitgehend sichern und soziale Mindeststandards in punkto Gesundheit und Bildung erreichen. Wenn sie daran zweifeln, dann schauen sie doch auf die Homepage von Fair Trade, dort werden z.B. die Voraussetzungen für den Erhalt des Gütesiegels genau aufgelistet. Natürlich zahlen Sie für diese Produkte einen höheren Preis, aber Sie erhalten ja auch ein hochwertiges Produkt und die Produzent/innen einen gerechten Preis. Ich denke, sehr viele von uns können sich diesen Preis auch leisten – ja vielleicht MÜSSTEN wir uns den Preis leisten - in der Verantwortung für die Menschen, die mit uns heute leben, aber auch für unsere Kinder, denen wir doch eine gerechtere Welt hinterlassen wollen, in der sie noch gesunde Lebensbedingungen vorfinden.
( http://www.eza3welt.at , http://www.fairtrade.at )

Ich glaube, dass uns die Schöpfung zu unserem Nutzen und zu unserer Freude anvertraut ist und dass wir uns als Christ/innen nicht vor der Verantwortung drücken können.

Mag. Monika Kolbe

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Sag's durch die Blume

Fresken

Von unserer ursprünglich reich mit Fresken ausgestatteten Kirche ist fast nur noch das Beiwerk zu sehen: Blumen, Ranken, Blüten und Girlanden.

Sie werden sich fragen wo?

Es gibt kaum einen Quadratmeter an der Decke unserer Kirche ohne diesen Schmuck. In der frühen Buchmalerei, vor allem der Gotik, finden wir solcherlei Schmuck rund um die wunderschönen Miniaturen.

Schon immer haben wir Menschen uns gerne „in Blumen ausgedrückt“. In anderen Worten: Wir schmücken mit Blumen, was wir lieben und verehren. Blumenmotive stellen eine Bereicherung in allen Stil-Epochen dar. An der Decke der Apsis unserer Kirche zum Beispiel finden wir die Taube (Hl. Geist) von Blütenblättern umgeben.

„Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde“ heißt es im Schöpfungsbericht (Gen 1, 29).

So preisen wir unseren Gott und sagen Ihm Lob, Dank und Ehre.

Mag. Therese Gaisbauer

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Aus dem Buch Amos (Am 8, 4 – 7)

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt.
Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen.
Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.
Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

Manche Texte aus dem Alten Testament

  • kann man nur im historischen und
    zivilisatorischen Zusammenhang verstehen.
  • entziehen sich unserem Verständnis völlig.
  • sprechen über die Zeiten hinweg direkt zu uns!

Diese Worte des Propheten Amos wurden am 25. Sonntag im Jahreskreis 2007 in der Messe gelesen.

Er war ein sozialkritischer Prophet. Ursprünglich war er einfacher Landarbeiter oder Knecht eines Großgrundbesitzers. Er hütete Schafe als Gott ihn beruft Sein Wort zu verkünden. So trat er gegen die Korruption der Richter und Priester und die Ausbeutung der Landbevölkerung durch den Königshof und die Oberschicht von Samaria auf. Er gehört mit Hosea, Micha, Obadja und dem ersten Jesaja in die Zeit des 8. Jahrhunderts v. Chr., als sich bereits eine tiefe politische Krise und Gefährdung der staatlichen Gebilde Israels durch die neue Großmacht Assyrien abzeichnete.

Diese Bibelstelle, die zuerst nur als Denkanstoß geplant war, hat uns zum Diskutieren, Nachdenken und Fragen stellen gebracht:

Erstens: Was hat der Autor, hier der Prophet, für seine Zeit gesagt? Es ging um religiöse und soziale Missstände in der reichen Oberschicht, die dem Gebot Gottes widersprachen.

Zweitens: Wie passen seine Worte in unsere Zeit?
Wann können wir endlich noch mehr Geschäfte machen?
Wann ist der Sonntag als arbeits- und profitfreier Tag endlich Geschichte?
Geschieht nur dann alles was möglich ist, wenn die Aktionäre und Eigentümer noch reicher werden können?
Wo bleibt die Solidarität mit den Armen, Benachteiligten und Schwachen?
Getreide zur Energiegewinnung?

Drittens: Was sagen diese Worte heute für mich persönlich? Das globale Bewusstsein zu stärken ist sehr wichtig, aber geht es auch mich an in meiner kleinen Umwelt? Was kann ich tun? Sind „global gesehen“ nicht WIR in unserer westlichen Zivilisation die reiche Oberschicht der Weltbevölkerung und trifft UNS wirklich kein Vorwurf religiöser und sozialer Missstände oder Missverhältnisse?

AU, RV, WZ

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Es ist wieder soweit!

Pfadfinder

Der Sommer naht mit großen Schritten (obwohl man es am Wetter fast nicht bemerkt) und bei uns laufen die Vorbereitungen für das Pfingst- bzw. Sommerlager auf Hochtouren!

Heuer werden wir das Pfingstwochenende in Lilienfeld verbringen! Das dortige Pfadfinderheim bietet genügend Platz für die Wichtel und Wölflinge und für den Rest der Gruppe steht uns eine große Wiese zur Verfügung, auf der wir unsere Zelte aufschlagen können!

Am Sommerlager wird sich heuer unsere Gruppe zum ersten Mal teilen! Die Wichtel/Wölflinge und die Guides/Späher verbringen das Lager im Burgenland und die Caravells/Explorer bzw. Ranger/Rover werden nach Finnland fahren! Mit Kanus werden wir dort einige Tage unterwegs sein, bis wir auf einer Einsamen Insel ausspannen können.

An alle die leider nicht mitfahren können einen schönen und erholsamen Sommer.

Die Pfadfinder der Gruppe 20 Breitenfeld
Gut Pfad — Thomas Haider

Email: wien20@scout.at
Homepage: http://www.scout.at/wien20/home.htm

Impressum: Offenlegung nach § 25 Mediengesetz,
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Grundsätzliche Richtung: Informations- und Kommunikationsorgan der Pfarre Breitenfeld