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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Pfarrblattartikel 4/2008

Pfarrblattartikel Dezember 2008 - Februar 2008

Das vollständige Pfarrblatt mit allen Bildern und dem Pfarrkalender gibt es natürlich auch als PDF-Datei im Downloadbereich zum herunterladen.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Alexandra Urbanitsch Haben Sie, wie ich, bereits im August begonnen über Weihnachten nachzudenken? Eigentlich habe ich ja schon letztes Jahr damit begonnen. Dieses Weihnachten ist nämlich das Erste, an dem meine Tochter richtig mitfeiert. Das Erste, das ich selbst vorbereite. Das Erste, das ich in meiner eigenen Wohnung feiere. Ab jetzt habe ich, gemeinsam mit meinem Mann, die Verantwortung den Glanz von Weihnachten in die Augen meiner Tochter zu zaubern. Außerdem kommt die ganze Familie zu uns, somit zwei unterschiedliche Traditionen. Das klingt nach Stress. Stimmt: Ich muss noch so viel Weihnachtsdekoration basteln! Was mach ich zu essen? Woher der Baum? Welche Lieder sollen wir singen? Wie sollen wir die Feier gestalten, wer darf die Geschenke austeilen?

Trotzdem: Ich freu mich schon so! Nach dem Trubel gehen wir gemeinsam in die Christmette, hören „Stille Nacht“ gemeinsam in der dunklen Kirche: Das ist immer der Höhepunkt. Der Punsch danach, begleitet von den Turmbläsern, ist ein stimmiger Ausklang.

Ich möchte auch Ihnen mit dieser Weihnachtsausgabe des Pfarrblatts so richtig Lust auf Weihnachten machen. Denn schließlich:

„Stille Nacht! heil'ge Nacht!
Hirten erst kundgemacht
durch der Engel Halleluja,
tönt es laut von fern und nah:
Christ der Retter ist da!“
(Joseph Mohr 1792 - 1848)

Alexandra Urbanitsch

Neue Wege im PGR

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Der Artikel befindet sich auf der PGR-Seite

Die Heiligen Drei Könige

Karoline Schandl Ramalho oder: „Mein Weg nach Bethlehem…“

Vorweg, ich war noch nie in Bethlehem. Ja noch nicht einmal in Jerusalem, und dem heiligen Land insgesamt bin ich auch noch nie so richtig nahe gekommen. Und trotzdem begebe ich mich Jahr für Jahr auf den Weg nach Bethlehem.

Kennen Sie die Weihnachtsgeschichte von Carl Orff – gesungen und erzählt vom Tölzer Knabenchor? Es ist die vertonte Weihnachtsgeschichte, die mich seit meiner Kindheit durch die Advent- und Weihnachtszeit begleitet. Anfangs noch auf einer Langspielplatte, inzwischen auf CD – da fehlen die vertrauten Kratzgeräusche – aber die Musik und die Geschichte ist dieselbe.

Heilige Drei Könige Jedes Jahr zum Beginn des Advents höre ich das erste Mal diese Weihnachtsgeschichte. Mein persönliches Lieblingsstück ist der „Einzug der heiligen drei Könige“ - ein imposanter Marsch, bei dem meine Phantasie stets beflügelt wird - und ich sehe die Könige vor meinem geistigen Auge dahin ziehen. Dann beginnt mein Weg nach Bethlehem.

Wie wäre es wohl, wenn ich die Gelegenheit hätte, zum göttlichen Kind zu gehen? Hätte Jesus wirklich nur Stoffwindeln an oder würde Maria Jesus heutzutage Einwegwindeln anlegen? Welche Gaben würde ich als Königin Jesus mitbringen? Sollte ich Jesus beschenken oder eigentlich doch lieber Maria, die als seine Mutter die „Schwerarbeit“ geleistet hat?

Maria, die gezögert hat; Maria, die nachgedacht hat; Maria, die das Kind geboren hat?

Sollte ich Josef beschenken, der zu Maria hält, obwohl Jesus nicht sein Kind ist?

Ich beschreite in meiner Phantasie stets einen erdigen, steinigen Weg und gehe davon aus, dass es recht warm ist in Bethlehem. So warm ist es dann aber sicherlich doch nicht und wenn ich die Phantasiewelt verlasse, dann ist es kalt!

Ich denke daran, welches Gewand ich als Königin tragen würde. Würde ich wirklich einen bestickten Mantel aus Brokatstoff tragen? Alltagsuntauglich. Und ziemlich sicher auch viel zu unbequem, um damit einen langen Weg hinter mich zu bringen. Es wäre wohl doch etwas Einfacheres. Und so gehe ich Stück um Stück meinen Weg, überlege, wie es wäre, wenn Jesus heuer geboren würde, und wie ich wohl reagieren könnte, wäre ich eine auserwählte Königin.

Ich werde auch heuer wieder meinen persönlichen Weg nach Bethlehem gehen, und wünsche Ihnen, lieber Leser, dass auch Sie zu Ihrem und unserem heiligen Kind finden, die Ruhe und Geborgenheit des Festes genießen können – denn wir feiern einen besonderen Geburtstag am Ende dieses Weges.

Karoline Schandl Ramalho

Heitere Betrachtung der Krippe

Krippe von Greccio

Wolfgang Zischinsky Die erste Krippe hat der Hl. Franz von Assisi im Kloster Greccio Anfang des 13.Jahrhunderts dargestellt. Aber bei den Figuren der Krippe wird eine kaum erwähnt: der Esel. Im Evangelium kommt dieser allerdings nicht vor. Seine weihnachtliche Rolle verdankt er dem Propheten Jesaja. Der schreibt nämlich im ersten Kapitel, Vers 3: „Der Ochs kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn, aber Israel erkennt nicht, mein Volk hat keine Einsicht...“

Damit ist doch klar gesagt, wofür Jesaja einen Menschen hält, der die Krippe seines Herrn nicht kennt und nicht kennen will. Der Gleichgültige und Unbelehrbare rangiert also beim großen Propheten weit unter dem Esel.

Der Esel steht auch als Repräsentant der leidenden, belasteten und vom Menschen schlecht behandelten Kreatur. Er spricht aus der leidvollen Erfahrung seiner Artgenossen:

„Wie seid ihr bloß mit uns umgegangen! Durch Jahrtausende haben wir euch als Reittier und Lieferwagen gedient, wobei wir nicht einmal über ein PS verfügen. Seit ihr auf luftverpestende Autos umgestiegen seid, benutzt ihr uns überhaupt nur als Schimpfwort!“

Wenn ich so vor einer Krippe stehe und versuche die Menschwerdung unseres Herrn und Bruder Jesus Christus zu betrachten dann zwinkert der Esel mir zu:

„Siehst du, viel gescheiter als ich bist du auch nicht...“

Abschließend ein Gedanke zum Gesang des Esels. Berühmt ist dieser mit seinem „I-ah“ nicht. Aber… Ist dieses nicht die Endsilbe von Halleluja? Er lobt also Gott und darin sollten wir mit einstimmen.

Dr. Wolfgang Zischinsky

Nach „Fröhlich und ernst unter der Mitra“
von Reinhold Stecher, erschienen im Verlag Tyrolia

Die Farben von Himmel und Erde

Seitenaltar

„Weihnachtsbild“ am linken Seitenaltar in unserer Kirche von Rudolf Bacher, 1862-1945, Gründungsmitglied der Wiener Secession

Das Licht und dessen Widerschein ziehen den Betrachter sofort ins Geschehen.

Die wirklich kindliche Darstellung des Jesuskindes, erweckt das Kind in uns. So können wir uns selbst in die Wärme, das Licht und die Geborgenheit hinein genommen fühlen.

Wie ältere Geschwister stehen die Engel um die Mutter und das Kind. Sie alle sind beleuchtet und belebt von dem Kind und geben das Licht auf ihren Gesichtern und Gewändern wieder. Man hat fast den Eindruck, sie beginnen selbst ganz in diesem Schein zu leuchten. Maria, die Mutter, gibt diesen Schein in besonderer Weise wieder. Sie scheint fast nur aus Licht zu bestehen.

Der Hl. Josef, ein junger Mann – als solcher gar nicht so oft dargestellt- lehnt im Hintergrund, in einem kleinen Abstand. Für mich drückt er Bescheidenheit und Demut aus, aber auch das sorgenvolle Bedenken seiner Lage und Aufgabe. Er ist nicht nur räumlich etwas abgerückt sondern auch farblich abgesetzt, und der Maler hat ihn auch in braun dargestellt, wie die Holzbalken der dürftigen Behausung. Holzbalken sind ihm als Zimmermann vertraut.

Durch diese Balken, die dem Jesuskind das erste Dach über dem Kopf bilden, schaut der Himmel herein, so wie Josef in seinem Leben dem Himmel Raum gibt.

Das ganze Bild ist einerseits in vielerlei Blau-Weiß-Tönen gehalten, und andererseits in Braun-Tönen.

Die Farben von Himmel und Erde.

Therese Gaisbauer

Jesus Christus –
Höhepunkt des Weges mit Gott

Johanneskapelle in Pürgg

Wolfgang Zischinsky Gott erwählte das Volk Israel und geht mit ihm einen langen und dornenreichen Weg. Dieser begann bei Abraham, führte nach dem Auszug aus Ägypten zum Berg der Verheißung und weiter ins heilige Land. Während dieser Wanderung wurde Mose die Tora mit den zehn Geboten verkündet. Die Tora ist in den Büchern AT. 1-5 niedergeschrieben und beinhaltet eine Gemeinschaftsordnung, eine Weisung mit der Vision einer heilen Welt. Außerdem hat Gott immer wieder mahnend durch die Propheten gesprochen und wenn sein Volk von ihm abwich und sündigte, was häufig geschah, hat er verziehen. Die Liebe Gottes ist wesentlich größer als die größte Sünde.

Das historische Israel – primär eine Stammesgesellschaft (der Staat wurde erst viel später unter David gegründet) – wurde von Gott erwählt um für die anderen Völker der Welt Vorbild zu sein. Gott will, dass alle Menschen von der Gemeinschaft Israels so fasziniert sind, dass sie in der Völkerwallfahrt nach Jerusalem ziehen, um dieses Vorbild nachzuahmen:

Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. (Jes 2,3)

Die Geburt unseres Herrn und unseres Bruders Jesus Christus ist der Höhepunkt auf dem Weg Gottes, ein letzter Versuch, dass Israel doch noch Vorbild wird. Für diese Annahme spricht, dass Jesus fast nur bei den Israeliten gewirkt hat. Aber er wurde gekreuzigt und das Vorbild, auf das alle Völker blicken sollten, wurde wieder nicht verwirklicht. Die neu gegründete Kirche musste deshalb von Israel weg hinaus zu den Heiden gehen. Sie hat sich über die ganze Welt verbreitet und wurde so zum neuen Volk Gottes. Jetzt sollte die christliche Kirche Vorbild in Liebe, Frieden, Fürsorge usw. werden und alle Menschen der Erde sollten angezogen werden.

Christ, Christin ist man, wenn man an Jesus Christus glaubt. Die Geburt Jesu und die verzeihende Liebe Gottes gibt uns immer wieder die Chance und die Kraft in unserem persönlichen Umfeld Vorbild zu sein. Gott wird uns beistehen, wenn wir darum bitten.

Dr. Wolfgang Zischinsky

Ein Fest für alle

Unser Pastoralassistent, Mag. Jochen Simon, hat sich die Gemeinde-Messen zu einem Hauptanliegen seiner Arbeit gemacht. Seit September wird auf einen Anlass pro Monat ein besonderer Schwerpunkt gelegt. Zwei haben bereits statt gefunden – im September das Erntedankfest und im Oktober die Messe anlässlich des Sonntags der Weltkirche (Bilder auf Seite 3). Um die Ideen, die hinter diesem Projekt stehen, besser darstellen zu können, haben wir unserem Pastoralassistenten einige Fragen gestellt.


Redaktion: Was war der Anlass solche Schwerpunkte zu gestalten?

Jochen Simon Jochen Simon: Die Idee der monatlichen Schwerpunkte kommt aus dem Kinderliturgiekreis. Viele Breitenfelder verbringen Samstag und Sonntag gerne einmal außerhalb von Wien. Die Schwerpunkttermine sind eine Einladung, an den betreffenden Wochenenden bewusst in der Pfarre zu bleiben. Der Gedanke dahinter ist einfach: Je mehr Menschen zusammenkommen, umso intensiver der gemeinschaftliche Gottesdienst. Die monatlichen Schwerpunkte sollen Tage sein, an denen man damit rechnen kann, dass nicht nur man selbst, sondern auch viele andere keinen Ausflug geplant haben, um in der Pfarre zusammenkommen zu können. Wo viele Leute sind, fällt es auch leichter in der Gestaltung besondere Akzente zu setzen, zum Beispiel musikalisch oder darin, dass es zu jedem Schwerpunkt auch ein spezielles Angebot für Kinder gibt.

Es hat immer schon spezielle Mess-Angebote gegeben - Kindermessen, Jugendmessen, Messen mit klassischer Musik oder Musik aus anderen Ländern – worin unterscheiden sich die monatlichen Schwerpunkte?

Die Monatsschwerpunkte sind nicht speziell für Jugendliche gedacht oder speziell für Liebhaber eines bestimmten Musikstils, sondern immer für alle: alt und jung, Kinder, Eltern, Freunde von Gotteslobliedern und solche, die rhythmische Gesänge bevorzugen... Alle sollen die Möglichkeit haben, gerne hinzugehen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass Gottesdienste, die nur auf eine Zielgruppe zugeschnitten sind, viele andere ausschließen. Das sollte aber in einer Feier der ganzen Pfarre nie der Fall sein. Besondere Prüfsteine für dieses Konzept werden im Frühling die Feier der Erstkommunion und der Firmung sein. Wir haben uns vorgenommen, diese wirklich zu Festen für die ganze Gemeinde werden zu lassen. Es soll niemand sagen müssen: „Da ist Erstkommunion, da gehe ich nicht hin, weil das ist nur für die Erstkommunionkinder und ihre Eltern“, sondern „Da ist Erstkommunion, da gehe ich sicher hin, weil das ist ein Fest für uns alle.“

Wie waren die Resonanzen der Messbesucher auf diese Messen – gab es Reaktionen und ist den Messbesuchern das Neue überhaupt aufgefallen?

Ich bin mir sicher, dass die Menschen das Neue an den monatlichen Schwerpunkten wahrnehmen. Die Reaktionen sind durchwegs positiv. Freilich wird negative Kritik seltener offen ausgesprochen. Aber die Rückmeldungen ermutigen eindeutig, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Hat es auch – hoffentlich konstruktive – Kritik gegeben? Wenn das Angebot zu sehr auf die Gewinnung „mess-fremder“ Gemeindemitglieder abzielt – besteht dann die Gefahr die regelmäßigen Messbesucher zu vergrämen?

Jochen Simon Die Monatsschwerpunkte zielen, wie gesagt, ganz und gar nicht auf eine bestimmte Gruppe ab. Sie sind für alle da. Auf keinen Fall sollen sie etwas sein, das über die Köpfe der regelmäßigen Kirchenbesucher hinweg passiert, sondern etwas, das gerade auch diesen Freude bereitet. Wenn die allsonntägliche Gottesdienstgemeinde nicht mit dem Herzen dabei ist, werden es „Messfremde“ erst recht nicht sein.

Jeder Schwerpunkttermin wird von einem anderen Team vorbereitet. Es ist mir sehr wichtig, dass die Gemeindemitglieder die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Bedürfnisse in Bezug auf den Gottesdienst einzubringen. Das Mittun bei der Planung eines Schwerpunktes bietet eine gute Gelegenheit dazu und macht für den Einzelnen auch gar nicht besonders viel Arbeit. Gerade jene, die schon lange Sonntag für Sonntag die Feier der Messe mittragen, sind herzlich eingeladen, ihre Vorstellungen einzubringen. Aber auch abseits der Vorbereitung eines konkreten Termins, habe ich mit Sicherheit immer ein offenes Ohr für Anliegen, die unsere Liturgien betreffen.

Wie sieht die weitere Planung aus – gibt es bereits Termine für weitere Schwerpunkte in den Monaten Dezember, Jänner und Februar?

Der nächste Termin ist die Segnung der Adventkränze mit anschließender Messfeier zum Adventbeginn am Samstag, den 29. November um 18.30 Uhr. Danach wird es, wie gewohnt, Punsch geben und einen Stand des Kindergartens am Uhlplatz, wo es Basteleien und Imbisse gibt. Ein besonders gestaltetes Beisammensein im Anschluss an die Gottesdienste gehört übrigens mit zum Konzept der Monatsschwerpunkte.

Im Dezember liegt der Schwerpunkt auf vier Rorate-Messen jeweils an den Mittwochen im Advent um 6.30 in der Früh (3., 10., 17. und 24. Dezember).

Am 18. Jänner wollen wir die Erstkommunionkinder und die Firmkandidaten der Gemeinde von Breitenfeld vorstellen.

Und am 15. Februar gedenken wir im Rahmen des Pfarrgottesdienstes unserer Taufe und feiern die grundlegende Bedeutung, die dieses Sakrament für uns hat.

Danke für die aufschlussreichen Antworten und alles Gute bei diesem wichtigen und interessanten Projekt.

Reinhold Viehberger Abschließend wollen auch wir von der Redaktion des Pfarrblattes alle Interessierten die eventuell mit Ideen oder Mithilfe bei solchen Messen mitwirken wollen einladen, über die Pfarrkanzlei einfach Kontakt mit unserem Pastoralassistenten, Mag. Jochen Simon aufzunehmen: pass.breitenfeld@gmx.at oder 405 14 95 20.

Interview: Reinhold Viehberger

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