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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 1/2005

Das Wort des Pfarrers (1/2005)

Dr. Otto Berger

65 Jahre Priester - ein Jubiläum

Die einschlägige Fachliteratur weiß zu berichten, dass die Beifügung "der Große" nicht unbedingt mit der körperlichen Größe zusammenhängen muss, sondern auf die Arbeit und die Leistung der betreffenden Person Bezug nimmt. "Unser" Dr. Otto Berger, der dieser Tage sein 65-jähriges Priesterjubiläum feiert, hat, so meine ich, absolut Anspruch auf die Beifügung "der Große", auf Grund seiner langen, unspektakulären, aber tiefgehenden Arbeit im Priesteramt. Nach dem Kirchenrecht hat der Priester zwei Aufgaben: die Verkündigung des Evangeliums und die Spendung der Sakramente. Auf den ersten Blick erscheint das ein bisschen dürftig, doch wenn man es richtig betrachtet, umfasst der Begriff "Verkündigung des Evangeliums" den ganz, ganz großen Bereich dessen, was wir unter Seelsorge verstehen. Auf diesem Gebiet hat Dr. Berger 65 Jahrelang in allen Mühen der Zeit, unermüdlich und herausragend gewirkt, um den Menschen die Liebe Gottes nahe zu bringen.

Ob in der Schule, in der Telefonseelsorge, im Bildungswerk der Pfarre Breitenfeld oder in vielen Gesprächsrunden kam und kommt er dieser zutiefst priesterlichen Tätigkeit nach. 1940, das Jahr seiner Priesterweihe, fiel mitten in eine Zeit, die vom Krieg geprägt war. Und gerade in dieser Zeit hat er sich für dieses Amt entschieden! Der Schrecken der Gefangenschaft blieb ihm nicht erspart und hat ihn tief geprägt. Als jüngerer Mitbruder beeindruckt mich immer wieder seine tiefe Liebe zur Kirche. Obwohl er auch unter ihren Runzeln und Fehlern leidet, reichen seine Ideen und Vorschläge weit in die Zukunft und zeigen die vielen Wege Gottes zu den Menschen. Wenn ihm auch die Mühseligkeit der Jahre zunehmend Beschwerden verursacht, ist er doch immer für die Menschen da. Ebenso beeindruckt mich seine Liebe zur Eucharistie, seine Vorbereitungen für die verschiedenen Gottesdienste und die Mühe, die er dafür aufwendet und ich stehe nicht an zu sagen, dass das für mich Vorbildcharakter hat.

Im Stück "Anatevka" stellt der Milchmann Tevje fest: "Altsein ist kein Verdienst und Jungsein ist keine Schande." Und so möchte ich unserem "Otto dem Großen" im Namen der zahllosen Menschen, denen er in seinem Leben begegnet ist und ihnen in der einen oder anderen Form zur Seite stand und nicht zuletzt in meinem Namen zutiefst danken, für seine Mühe, seine Freundlichkeit und all seine Arbeit für das Reich Gottes und ganz besonders für sein Wirken in der Pfarre Breitenfeld.

Ihr Pfarrer Elmar Mayer

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