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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 2/2005

Das Wort des Pfarrers (2/2005)

Elmar Mayer

Der Patron der Stadt Wien und Breitenfeld

Zum Unterschied von anderen und älteren Pfarren kann Breitenfeld mit keinem Reliquienschatz aufwarten. Unsere einzigen Reliquien befinden sich im Volksaltar, im sogenannten "Sepulcrum", ein in der Altarplatte eingelassenes Depot für Reliquien. Das soll ein Zeichen sein für die Verbundenheit der Kirche, die noch in der Welt ihren oft mühsamen Weg zu gehen hat mit jenen, die schon in der Herrlichkeit Gottes sind.

Patron

In unserem Altar befinden sich die Reliquien des Hl. Clemens Maria Hofbauer und des Hl. Josaphat und ich möchte Ihnen einiges über den Hl. Clemens Maria Hofbauer berichten. Geboren am 26.12.1751 in Taßwitz bei Znaim lebte er in einer Zeit, in der nicht nur die Kriegsnot die Kirche bedrängte, sondern noch viel mehr die kirchenfeindlichen Ideen der Aufklärung und der französischen Revolution.

Nach dem frühen Tod seines Vaters wurde er von der einfachen, tiefen Frömmigkeit seiner Mutter geprägt. Die finanziellen Verhältnisse machten ein Studium unmöglich, sodass er als Bäckerlehrling nach Znaim ging. Mit 21 Jahren konnte er eine Lateinschule besuchen und begann in der Seelsorge zu arbeiten. Ein Sponsor ermöglichte ihm das theologische Studium an der Universität Wien, das er aber auf Grund der staatlichen Bevormundung abbrach und nach Rom reiste. In Rom lernte er den Redemptoristenorden kennen, trat in den Orden ein und wurde zum Priester geweiht. Er sollte in Österreich eine Niederlassung des Ordens gründen, was sich aber in der Zeit des Josephinismus als unmöglich erwies. So ging er nach Warschau, übernahm dort die Seelsorge, gründete ein Kloster und konnte seine ersten großen pastoralen Erfolge erzielen. Die im Zuge der politischen Neuordnung auch für einen Teil Polens geltenden französischen Kirchengesetze führten aber zur Aufhebung des Klosters.

Clemens landete wieder im josephinischen Wien und nahm als Beichtvater und Prediger seine pastorale Arbeit wieder auf. Seine Stärke lag in der Offenheit für alle Schichten. Seine Idee der Hausbesuche brachte durchschlagende Erfolge, aber seine große Bedeutung lag im Einfluß auf die "Wr. Romantiker" (Friedrich von Schlegel, Zacharias Werner usw.). Für Studenten lud er in seine Wohnung zu religiösen Abenden und wirkte so gegen die josephinische Universitätsreform. Auch der nachmalige Reformkardinal Rauscher zählte zu diesem Studentenkreis.Bis zu seinem Tod wurde er von der Staatspolizei bewacht, die ihn sogar zwang, seinen Landesverweis zu unterzeichnen, sodass Kaiser Franz persönlich einschritt. Die Zulassung seines Ordens hat Clemens aber nicht mehr erlebt. Am 15.3.1820 starb er, das Dekret zur Zulassung des Redemptoristenordens unterzeichnete Kaiser Franz am 19.4. d.J.

Die Kirche von Breitenfeld ist bekanntlich eine Kaiser Franz Gedächtniskirche und ich finde es schön, dass sich die Reliquien des Stadtpatrons von Wien im Altar der Kirche befinden, die zum Gedächtnis des Kaisers gebaut wurde, der dem Orden in Österreich Heimat gegeben hat.

Ihr Pfarrer Elmar Mayer

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