Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 3/2005 |
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Ausgaben:Das Wort des Pfarrers (3/2005)
Noch einmal ReliquienIm letzten Pfarrblatt habe ich über den hl. Clemens Maria Hofbauer erzählt. Die zweite Reliquie in unserem Altar ist ein Knochensplitter des hl. Josaphat von Polotsk. Geboren wurde er 1580 in Wolhynien, heute ein Teil der Ukraine. Die Gegenreformation war in vollem Gang und auch die russische Orthodoxie hatte Reformen nötig. Viele orthodoxe Bischöfe und Mönche wollten eine Union mit der lateinischen Kirche, also mit dem Papst in Rom. So kam es 1596 zur Union von Brest-Litowsk, in deren Folge sich eine große Zahl orthodoxer Bischöfe und Mönche, unter Beibehaltung ihrer Riten und Kirchenordnungen unserer Kirche anschloss. Als junger Mensch begann Josaphat in Witebsk eine kaufmännische Lehre, und er übernahm auch bald ehrenamtlich liturgische Dienste im orthodoxen Dreifaltigkeitskloster, dessen Klostervorsteher sich der Union angeschlossen hatte. Josaphat fühlte sich immer mehr zum Mönchstum berufen und trat in das Kloster ein. Sein Ziel war, das orthodoxe Mönchstum neu zu beleben. Nach der Priesterweihe lud er die Menschen in die Kirche zur Liturgie ein, wobei ihm ein Hauptanliegen die Beichte war. 1618 wurde er Erzbischof von Polotsk. Inzwischen hatten aber die orthodoxen Gegner der Union jedem unierten Bischof einen orthodoxen Bischof gegenüber gestellt. Der orthodoxe Gegenbischof zu Josaphat, unterstellte diesem, zwangsweise die lateinische Liturgie einführen zu wollen. Josaphat jedoch unaufhörlich bemüht, die byzantinische Liturgie zu fördern verpflichtete seinen Klerus, die Liturgie zu feiern, auch wenn nur wenige Menschen zur Messe kämen. Trotzdem stürmte eine vom orthodoxen Gegenbischof aufgehetzte Menschenmenge Josaphats Haus und erschlugen ihn mit einem Metzgerbeil. In der Erzdiözese Wien wirkt ein ukrainisch-unierter Priester in der Pfarre Lichtental. Die ukrainisch-unierte Kirche St. Barbara befindet sich im 1.Bezirk. Da die byzantinische Kirchenordnung beibehalten wurde, sind die unierten Priester oft verheiratet. Heute rücken die Intentionen und Ziele des hl. Josaphat wieder mehr in den Vordergrund. Während des 2. vatikanischen Konzils wurde immer wieder aus seinen Schriften zitiert. Die mit unserer Reliquie verbundene Erinnerung an Ihn lädt uns ein, die Einheit der Christen in ihrer Vielfalt nicht aus den Augen zu verlieren und dafür zu beten. Ihr Pfarrer Elmar Mayer |
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