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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 3/2006

Das Wort des Pfarrers (3/2006)

Elmar Mayer

Was verstehen sie unter - fromm sein?

Im Alten Testament hat der "Fromme" Scheu vor dem Unendlichen, die sich aber mit Jubel über das Erbarmen Gottes verbindet. Die Frömmigkeit zeigt sich nicht nur als Gefühl, sondern wird durch die Tat bewiesen. Der fromme Abraham verlässt über Auftrag Gottes seine Heimat und zieht ins Ungewisse. Bei anderen Stellen im Alten Testament treten andere Gesichtspunkte hervor, und tendieren mehr zu Gesetzesfrömmigkeit. Frömmigkeit wurde erlernbar. Vorgeschriebene Gebete, Fasten und Almosen geben, das kann man lernen. Das allein ist aber eine Grundhaltung, mit der sich Jesus nicht einverstanden erklärt.

Eine ganz andere Frömmigkeit zeigt sich im Neuen Testament. Der Große, Unendliche wird zum Vater der Menschheit, seine Liebe umspannt alle. Die Antwort des Frommen ist das Vertrauen in die Vatergüte Gottes. "Was Gott tut, das ist wohlgetan ..." Man kann sich nicht mehr hinter dem Gesetz verbergen, die Frömmigkeit wird zu einer ganz persönlichen Beziehung zwischen Gott und Mensch.

Ich denke, im 18. und 19. Jhdt wurde das Gefühlsleben stark betont und die Frömmigkeit fand in der individuellen Andacht ihren Platz.

Heute - so meine ich - kann man die Frömmigkeit mit Liebe und Ehrfurcht gegenüber Gott als unseren Schöpfer bezeichnen, wobei das persönliche "DU" die wesentlichste Basis dieser Beziehung zwischen Gott und Mensch ist.

Ich glaube, dass es eine allgemeingültige Definition der Frömmigkeit einfach nicht gibt. Jeder Mensch hat seine eigene Beziehung zu Gott, gewachsen aus der Geschichte seines Lebens. Daraus folgt, dass niemand dem anderen die Art seiner eigenen Frömmigkeit zur Verpflichtung machen darf, oder die Wege eines anderen zu Gott als falsch ablehnen kann. Wohl ist es möglich dem Gesprächspartner den eigenen Weg zu Gott anzubieten. Jedes Aufdrängen oder gar Aufzwingen wäre kontraproduktiv. Um Missverständnisse zu vermeiden: es gibt Grenzen für die eigene Frömmigkeit die im Evangelium liegen.

Damit schließt sich wohl der Kreis und das gemeinsame Gebet im Gottesdienst, vor allem in der Feier der Eucharistie, zeigt das allen Gemeinsame.

Ihr Pfarrer Elmar Mayer

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