Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 4/2006 |
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Ausgaben:Das Wort des Pfarrers (4/2006)
Messias - was ist der - was soll er?In den Tagen des Advent und der Weihnachtszeit taucht oft der Begriff "Messias" auf. Ich denke wohl, dass jeder, der dieses Wort hört, schon eine gewisse Vorstellung hat - aber ganz genau? Ich glaube also, dass es ganz nützlich sein könnte, diesen Begriff ein wenig zu beleuchten. Immer schon haben die Menschen unter Krieg, Ungerechtigkeit und Not gelitten und sich nichts sehnlicher gewünscht, als von all diesem Bösen befreit zu werden, durch einen Retter der sie aus dieser Not befreit und in einem Land, des Friedens leben lässt. Bereits in Assyrien trug jeder neue König den Titel eines göttlichen Retters. Im alten Ägypten nimmt der Gott Osiris eine ähnliche Stellung ein. Osiris wird ermordet und erlebt durch seine Gattin Isis eine Auferstehung ein klares Symbol des Vergehens und Werdens. Auch im Alten Testament bezieht sich der Begriff Messias hauptsächlich auf einen Erlöser von allem physischen Übel, also eine innerzeitliche Aufgabe, die nicht über die damalige Zeit hinausreicht. Nach der Brotvermehrung wollen sie Jesu zum König machen. Dem Islam hingegen ist eine messianische Idee fremd, der Prophet ist ein Mahner und Lehrer zur Rettung durch den Glauben an Gott. Die Übersetzung des hebräischen Wortes "Messias" lautet der Gesalbte. Allerdings wird er auch in verschiedenen Stellen des Alten Testamentes viel weiter gesehen, als oben beschrieben. Gott greift durch den Messias in die Zukunft seines Volkes ein, wobei er nicht notwendigerweise und unmittelbar als persönliche Gestalt angesehen wird, sondern es ist jetzt der Eingriff Gottes, der durch seine Herrschaft über die Welt im Lauf der Zeit Gerechtigkeit und Frieden herstellt. Über all diese Messiasvorstellungen geht der Messiasbegriff in der Person Jesu weit hinaus, er gibt den Messiasgedanken des Alten Testamentes eine tiefere und umfassendere Bedeutung, obwohl er sich auch hin und wieder auf den alttestamentlichen Begriff bezieht. Auf die Anfrage des Johannes antwortet er: "Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein." - Wunder, die den Messias des Alten Testamentes auszeichnen. Auch in seinem Prozess antwortet er auf die Frage des Hohenpriesters, ob er der Messias sei, mit: "Ja, ich bin es!" Der wesentliche Unterschied zum alttestamentlichen Begriff ist aber, dass er wohl unter Beachtung des Grundgesetzes der Nächstenliebe und Friedfertigkeit das Heil des Menschen nicht auf die "Erlösung" von irdischem Übel beschränkt, sondern weit darüber hinaus seine Aufgabe als Verkünder, als Heilsbringer des Friedens und als Vermittler zwischen Gott und Mensch erfüllt. Bis jetzt sind diese Ausführungen ein historisch wissenschaftlicher Überblick, der wie ich hoffe, auch interessant ist. Von der Bedeutung des Messias Jesus in unserem alltäglichen Leben ist nicht die Rede. Welche Wichtigkeit hat also der Messiasbegriff für jeden Einzelnen von uns in seinem Leben? Ich denke, dass er uns das Wissen über einen verzeihenden und liebenden Gott übermittelt hat und ein göttliches "DU" anbietet. Wir haben die Möglichkeit - nicht zuletzt im Sakrament der Vergebung - unseren Frieden und unsere Einheit mit Gott wieder herzustellen, herausgehoben zu sein, aus der Hitze und Mühe des Alltags und eine Brücke vorzufinden, die uns mit dem göttlichen "DU" verbindet. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein messianisch gesegnetes und frohes Weihnachtsfest. Ihr Pfarrer Elmar Mayer |
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