Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 1/2008 |
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Ausgaben:Das Wort des Pfarrers (1/2008)
Du sollst Dir kein Bild machenDas Alte Testament aber auch der Islam verbietet es – mit Recht – Gott bildlich darzustellen, denn der Unendliche und Ewige kann nicht dargestellt werden. Wir Christen sind dem gegenüber privilegiert, denn durch Jesus von Nazareth haben wir die Möglichkeit, die zweite göttliche Person darzustellen. Ein Portrait von ihm gibt es selbstverständlich nicht, aber eine Menge von Darstellungen. Allerdings beziehen sich diese Bilder auf die jeweilige Situation der Christen, ihre Nöte und theologischen Auffassungen. Die frühesten Darstellungen sind in den römischen Katakomben zu finden. Es war die Zeit der Christenverfolgungen, eine Zeit, in der die Christen um sie zu töten wilden Tieren vorgeworfen wurden. Dem entsprechend wird Christus als der gute Hirte dargestellt, der das verletzte Lamm auf seinen Schultern in Sicherheit bringt. 313 wird das Christentum durch das Mailänder Edikt frei und wenig später sogar zur Staatsreligion Christus wird als „Pantokrator“, der „Herrscher über das All“ dargestellt. Er thront über Allem, hält in der linken Hand die Heilige Schrift und segnet den Betrachter mit der Rechten. Er hat gesiegt. Heute noch dominiert dieses Gottesbild in den Ostkirchen. In den folgenden Jahrhunderten gehen das byzantinische Reich und Mitteleuropa verschiedene Wege. Die Völkerwanderung bringt Elend und Not nach Mitteleuropa, Tod und Verwüstung greifen um sich. In der darstellenden Kunst taucht das erste Mal die „Pieta“ auf, die Mutter, die ihren ermordeten Sohn auf dem Schoß hält, ebenso nehmen Kreuzdarstellungen mit einer brutalen Realität großen Platz ein. Die Zeiten werden besser. Die gotischen Bilder und Reliefdarstellungen zeigen Jesus als Fürsten mitten im Hofstaat der Evangelisten und Heiligen, wobei Kreuzdarstellungen wohl nicht verschwinden, aber viel weniger brutal werden. In der Renaissance, die das griechische Schönheitsideal wieder entdeckt, werden die Jesusdarstellungen dem entsprechend zur körperlichen Perfektion. Allgemein bekannt sind die Darstellungen in der sixtinischen Kapelle. Obwohl im Barock auch nicht alles heiter war, sammelt sich eine lustige Schar von musizierenden Engeln und feierlichen heiligen Gestalten um Jesus. In den barocken Stiften kann man das gut sehen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zeigen die Jesusdarstellungen wieder den gepflegten Mann. Die beiden Weltkriege mit ihrem Schrecken wirken sich natürlich auch auf das Bild von Jesus aus. Er wird wieder der Geschundene, Geschlagene. Jahrzehnte lang leben wir in Mitteleuropa in Frieden und sehen in Jesus unseren Bruder, der uns schützend durch das Leben begleitet. In Zeiten der Verfolgung und in guten Zeiten ist ER bei den Menschen – wann und wo immer sie IHN brauchen. Ihr Pfarrer Elmar Mayer |
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