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Pfarre Breitenfeld — Themenformum — Das Wort des Pfarrers 3/2008

Das Wort des Pfarrers (3/2008)

Elmar Mayer

Hei, Hei!

Dieses Wort sagen Mütter ihren Kindern, wenn die Kleinen schlafen gehen sollen. Vielleicht verblüfft es Sie, dass diese drei Buchstaben die Verkürzung des Wortes „HEILIG“ sind. Im Wort heilig steckt selbstverständlich das Wort „HEIL“. Heil bedeutet körperliche Gesundheit ohne Wunde, die Beziehung zu den Mitmenschen und zu Gott ist heil. Am ehesten würde es in unserer heutigen Sprache bedeuten, dass die Gesundheit, die Beziehung zu den Mitmenschen und zu Gott ok. sind.

Heilige sind Menschen, die aufgrund ihres Lebens und ihres Handelns nach Überzeugung der Menschen in der Herrlichkeit Gottes sind. Ich bin sicher, dass es Unzählige sind, und nur von Wenigen wissen wir die Namen und kennen ihre Lebensgeschichte. Im Mittelalter waren sie wichtige Begleiter im Alltag. In der Reformation verschwanden sie auf einige Zeit, wurden aber dann oftmals neu entdeckt. In Ortsnamen und bei Prozessionen begegnen sie uns, und sie zeigen uns, wie das Leben gelingen kann und sind uns Vorbild. Schon im Mittelalter hatten sie eine Art Patronatsfunktion. Der Patron, auch in unserem heutigen Verständnis, ist eine Person, an die man sich wendet, wenn man Hilfe oder Schutz braucht. Die soziale Struktur hat sich seit dem Mittelalter nur unwesentlich geändert und heute noch suchen wir Schutz und Hilfe bei einem, der mehr bewirken kann, als wir. Heilige werden daher NIE angebetet, sie gelten gleichsam als himmlische Anwälte und Fürsprecher, die man bittet, bei Gott Fürsprache einzulegen.

In der Blütezeit der Handwerkszünfte und Gilden wählte man Heilige zu Patronen bestimmter Berufe, meist weil sie eine besondere Nähe zur beruflichen Tätigkeit hatten. Die heiligen Cosmas und Damian waren Ärzte und sind daher Schutzpatrone der Mediziner. Christophorus hat nach der Legende das Jesuskind durch einen Fluss getragen - so wurde er der Schutzpatron der Fuhrleute, heute der Autofahrer.

2001 wurde Isidor von Sevilla zum Schutzpatron des Intenets und aller EDV-Schaffenden. Er wurde 560 in Cartagena geboren und mit 40 Jahren wurde er Bischof von Sevilla. Er richtete Schulen und Bibliotheken ein und legte großen Wert auf die Ausbildung seiner Kleriker. Als Patron des Intenets „qualifizierte“ sich Isidor, weil er eine 20-bändige Enzyklopädie verfasste, in der er den Versuch machte, das gesamte Wissen seiner Zeit zusammen zu fassen. Würde Isidor von Sevilla heute leben, so hätte er wahrscheinlich das Wikipedia-Projekt ins Leben gerufen (umfangreichstes online Lexikon).

Im Übrigen ist auch schon länger der Vatikan im Internet präsent ( http://www.vatican.va ). Auch der Vatikan sucht natürlich himmlische Hilfe. Die Web-Seite wird „Gabriel“ genannt, der Erzengel der Verkündigung, der auch der Patron und Schutzheilige für das Radio ist. Die Firewall zum Schutz vor Computerviren heißt „Michael“, der Engel mit dem Flammenschwert. Für die Presse ist es der heilige Franz von Sales. Er übte durch seine Schriften großen Einfluss in kultureller und religiöser Hinsicht aus. Franz von Assisi darf selbstverständlich im Breitenfelder Pfarrblatt nicht fehlen. Es ist ja allgemein bekannt, dass er der Schutzpatron der Tiere ist.

In diesem Beitrag Überlegungen über die Bedeutung der Taufnamen anzustellen würde zu weit führen. Vielleicht ein anderes Mal.

Ihr Pfarrer Elmar Mayer

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