Orgel

orgel_kleinOrgelgeschichte – Geschichte rund um die Orgel

Ende der 90-er Jahre ergab es sich, dass für den Innsbrucker Dom eine neue Orgel geplant wurde. Die alte, noch funktionstüchtige Orgel musste weichen. Auf Initiative unseres emeritierten Pfarrers, Prälat Msgr. Mag. Elmar Mayer wurden nun über 60 Register, alle Windladen, der Spieltisch sowie die Magazinbälge der Innsbrucker Domorgel durch die Lungauer Orgelbauwerkstatt – Orgelbau Kraus ausgebaut und vorerst eingelagert. War ursprünglich davon ausgegangen worden, dass man für die alte „Innsbruckerin“ lediglich ein neues Gehäuse bauen müsste, erforderten sowohl die räumlich von Innsbruck stark abweichende Situation der Breitenfelder Orgelempore, als auch die neue Registerdisposition einen kompletten Neubau, für den alle alten Teile von Grund auf umgebaut werden mussten. Im Spieltisch musste das gesamte Innenleben erneuert werden. Die Intonation der Register wurden von Pfeifenfuß- auf Vollwindintonation umgestellt, die meisten Aufschnitte verändert, die Kernspalten erweitert. Die erhaltene Balganlage der alten Breitenfelder Orgel wurde reaktiviert und dient wiederum als Hauptmagazin für die neue Orgel. Der Klang der Orgel lehnt stark an die Tradition der altösterreichischen Klassizistik an, erreicht jedoch durch die Vielfalt der Registern auch die Romantik.

Die alte Rieger-Orgel, die bis März 2000 brav ihren Dienst versah, wurde nach Spanien verkauft, um Platz für die neue Orgel zu schaffen und die Finanzierung zu erleichtern.

Festschrift der Hauptorgel

Sie können die Festschrift „Die neue Orgel der Pfarre Breitenfeld“,
die anlässlich der Orgelsegnung aufgelegt wurde, hier lesen:
Festschrift Orgel 2001
(ca. 500 KB, PDF-Datei ).

 

Die neue Chororgel (bzw. Fernwerk)

orgelbau_klein Am Samstag, 6. November 2010 um 18.30 war es so weit: unsere neue Chororgel (die auch als Fernwerk zu verwenden ist) wurde durch Msgr. Karl Rühringer, Bischofsvikar, im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes gesegnet. Dank einer großzügigen Spende 4 Wochen vor Weihnachten 2008 konnten wir dieses Vorhaben verwirklichen. Schon beim Bau der großen Orgel (2001) war dieses kleine Werk, das sich im Oratorium über der Kapelle befindet, geplant. Es ist nun sowohl vom 4. Manual des Hauptspieltisches auf der Orgelempore zu betätigen, als auch von einem eigenen Spieltisch, der beim Ambo steht. Natürlich werden ab nun Orgelkonzerte auch für 2 Orgeln stattfinden. Aber viel wichtiger als die Konzerte, sind die Möglichkeiten im liturgischen Gebrauch: An diesem Spieltisch wird die Organistin oder der Organist meistens dann spielen, wenn Maiandachten, Kreuzwege oder andere kleinere liturgische Feiern stattfinden. Auch zur Psalmenbegleitung ist es für den Kantor sehr hilfreich, wenn die Orgelbegleitung nur 5 – 6m vom linken Ohr entfernt ist. Es kommt immer wieder vor, dass der Kinderchor, Jugendchor oder Pfarrchor eine Hl. Messe musikalisch gestaltet (das heißt ich als Chorleiterin stehe mit oder ohne Gitarre unten beim Chor), aber trotzdem das ein oder andere Lied mit Orgelbegleitung gesungen wird, bzw. ein feierlicher Einzug oder Auszug auf der Orgel gespielt werden soll. In diesem Fall brauche ich nicht mehr im Laufschritt den Weg vom Presbyterium durch die ganze Kirche auf die Orgelempore zurücklegen, sondern kann ganz ruhig und langsam zur linken Seite schreiten, um Orgeltöne erklingen lassen zu können.

Allen, die zur Realisierung des Projektes beigetragen haben, möchte ich an dieser Stelle sehr danken! Zu allererst unserem emeritierten Pfarrer Prälat Msgr. Mag. Elmar Mayer, der sich von Beginn an für die neue Orgel engagiert hat und unserem neuen Pfarrmoderator Zvonko Brezovski, der dieses Projekt übernommen und sich zielstrebig bemüht hat, dass die Arbeiten an der Chororgel zügig vorangegangen sind und diese am 6. 11. 2010 gesegnet werden konnte – DANKE! Dem Spender für seine großzügige Spende – danke! Prof. Elisabeth Ullmann und Prof. Peter Planyavsky, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind, sowie dem gesamten Orgelkomitee DANKE! Unserem Orgelbauer Peter Kraus und all seinen Helfern, die trotz auftretender Schwierigkeiten mit unermüdlichem Einsatz bei der Sache geblieben sind, DANKE! Last but not least – Ihnen allen, für das Aushalten diverser Unannehmlichkeiten und für ihr Gebet – DANKE!

Eure dankbare Maria Prochazka

Disposition der Chororgel

Sie können die Disposition der Orgel hier lesen:

Chororgeldisposition

(ca. 5 KB, PDF-Datei ).

Technik:

Die Orgel besitzt 56 (Hauptorgel) + 13 (Chororgel bzw. Fernwerk) Register, die sich auf vier Manuale und eine Pedalklaviatur verteilen und hat folgende Prinzipalbasis in ihren Teilwerken:

  • 1. Manual „Hauptwerk“: 18 Register auf Principal 16′ Basis,
  • 2. Manual „Schwellwerk“: 14 Register auf Principal 8′
  • 3. Manual „Unterwerk“ (auch schwellbar): 9 Register auf Principal 4′ Basis.
  • 4. Manual „Fernwerk“: 10 Manualregister auf Principal 8′ Basis und drei Pedalregister (Subbaß 16′, Oktavbaß 8′, Choralbaß 4′)

Die Pfeifen der Chororgel befinden sich im rechten Oratorium im Presbyterium. Dieses Werk ist nicht nur vom 4. Manual der Hauptorgel aus spielbar sondern hat auch einen eigenen einmanualigen Spieltisch mit Pedal.

Das Pedal der Hauptorgel, 15 Register, hat ebenfalls Principal 16′. Klaviaturumfänge in den Manualen reichen von C-a“‘, 58 Tasten, wobei die Hochtonkoppeln für die Manuale II, III und IV ausgebaut sind. Die Pedalklaviatur hat 30 Tasten (C-f‘). Zur leichteren Registrierung bei Konzerten stehen dem Organisten 1000 Setzerkombinationen und andere Spielhilfen wie eine Walze zur Verfügung.

Die Breitenfelder Orgel ist derzeit die größte spielbare Kirchenorgel Wiens, da die Westorgel im Stephansdom mangels Pflege unspielbar geworden ist.

Möge uns diese Orgel länger als ihre Vorgängerinnen erhalten bleiben und allen Menschen, die sie hören oder spielen, Freude bereiten.

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