Gottes Wort

Die Bibel als Lebenshilfebuch, das Wort Gottes lebendig und lebensnah erfahren und im Leben wiederfinden können, das möchten wir als „Bibel intensiv“ in geblockter Form anbieten.
Dabei  wollen wir konkret in der Pfarre die Methoden „bibliolog“ und „lectio divina“ vorstellenErfahren sie mehr über die nachfolgenden links zu
bibliolog 

lectio divina

Nächste Termine 

BIBLIOLOG : 20 Mai   und 17.Juni 18.45

LECTIO DIVINA : Herbst 2019

bibliolog

Bibliolog ist spannend und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Er bietet offensichtlich für viele Menschen einen guten Zugang einen Bibeltext zu entdecken und hat sich in den letzten Jahrzehnten in Europa etabliert und überraschend rasch darüber hinaus verbreitet. Es ist ein methodisch strukturierter Weg mit einer Gruppe  gemeinsam einen Bibeltext als gegenwärtig  und bereichernd für das eigene Leben zu erfahren.

Der Bibliolog baut darauf auf, dass sich die menschlichen Grunderfahrungen, die sich in der Bibel zeigen, von den heutigen Erfahrungen kaum unterscheiden.
In seiner Vorgehensweise bleibt er eng am Bibeltext, der immer Fragen offen lässt. Der Dialog zwischen dem Wort Gottes  und menschlicher Erfahrung ermöglicht die Erschließung des Textes und beschert den Teilnehmenden  neue Blickwinkel und Einsichten, auf jeden Fall eine bereichernde Begegnung mit der Bibel. Bibliolog darf als ein eigener hermeneutischer Zugang, der eine spirituelle Dimension enschließt gesehen werden.

„Bibliolog lebt vom Vertrauen, dass das unverfügbare göttliche Geheimnis sich in der Interaktion von Person, Text und Gruppe offenbart. Den Teilnehmenden wird die Auslegungskompetenz der Heiligen Schrift zugetraut und bewusst in die Hände gelegt. Bibliologische Prozesse beinhalten nicht nur individuelle spirituelle Prozesse für die Einzelnen. Im Bibliolog werden Gemeinschaften zu „Erinnerungsgemeinschaften“.“[1]

Dieser besondere bibeldidaktische Zugang ist für alle Menschen unabhängig von Religion, persönlichem Glauben oder biblischen Kenntnissen geeignet. Jeder kann daran teilnehmen, ohne Voraussetzung, ohne Vorkenntnisse oder gläubig sein zu müssen.

Der Bibliolog wird angeleitet und ist klar strukturiert. Die Vorgehensweise und Spielregeln werden am Beginn vorgestellt, besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf den respektvollen und wertschätzenden Umgang mit dem Wort gelegt. Das gehörte Wort,Gottes Wort, und das gesprochene Wort, das die Teilnehmer der befragten Rolle des Bibeltextes verleihen.  Die gedankliche Reise in ein anderes Zeitalter, das emphatische Eintauchen in die Lebenswelt der Menschen anderer Kulturen und Zeitalter, die Rollenidentifikation und die Wortmeldungen aus der Rolle lassen das Bibelgeschehen lebendig werden, ja mehr noch, man hat das Gefühl dabei zu sein. Die kreativen Impulse und unterschiedlichen Zugänge bleiben nebeneinander stehen , es gibt keine einheitliche Botschaft  oder Interpretation am Ende.

Die Aufgabe der Leitung beinhaltet die Moderation und eine behutsame Führung in der Begegnung mit dem Bibeltext. Um die Verantwortung dafür wahrnehmen zu können sind bestimmte Voraussetzungen gefordert, dazu gehören auch eine fundierte Ausbildung und die sorgfältige Vorbereitung jedes Bibliologs.

Die aufbauende und fröhliche Grundstimmung und das gemeinsam Erlebte sind ein Geschenk. Die zukünftige Wahrnehmung der Texte ändert sich und die Hl. Messe wird um eine Dimension reicher. Die gemeinsam gemachte Erfahrung  im Bibliolog schweißt die Teilnehmer der gegenwärtigen Zeit mit den biblischen Personen zusammen, schafft Gemeinschaft über Jahrhunderte hinweg. Diese Erfahrung  bestärkt und hilft uns , um uns für ein gutes Leben einzusetzen.

Ulrike Karnel

zertifizierte Bibliologin des europäischen Netzwerks Bibliolog

Referentin für Bibliolog der ED Wien

https://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/14431715/informationenueber/bibliodramabibliolog

[1] Pastoralamt der Erzdiözese Wien, Aigner Maria Elisabeth, Was ist Bibliolog?. URL:https://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/14431715/informationenueber/bibliodramabibliolog/wasistbibliodramawasistbi [Abruf 28.09.2017]

lectio divina

Das betrachtende und betende Lesen der Bibel ist seit dem frühen Christentum bekannt.

Der vierstufige Weg der geistlichen Schriftlesung wurde dann vor allem in den Klöstern praktiziert und ausgeformt. Seit dem 2. Vatikanum ( siehe Dei Verbum) erfährt die ganzheitliche Bibellektüre wieder mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit. Mit den Jahren wurden Methoden entwickelt, die es sowohl dem Einzelnen, wie auch Gemeinden und Gruppen ermöglichen einen meditativen Zugang zur Bibel, in Art und Weise der „lectio divina“, zu erlangen.

Die interpretationsfreie Auseinandersetzung mit dem Text und seinen Hintergründen und das betrachtende Lesen brauchen ausreichend Zeit. Das Sprechen weicht dem aufmerksamen Lesen und Hören des Wortes, dem Bedenken und dem Ruhen im Wort. Wie jedes gute Gespräch, so nehmen wir uns hier Zeit für die Begegnung mit Gott.
Die betrachtende Lesung, die lectio divina, kann die Worte der Bibel zur lebendigen Quelle unserer Gottesbeziehung werden lassen.
Der Ablauf erfolgt in etwa wie folgt, wobei die einzelnen Schritte ineinander fließen.

Anfangs  zur lectio wird der Text gelesen und objektiv betrachtet um im gemeinsamen Austausch  zum rechten Textverständnis zu kommen.
Darauf folgt die meditatio, im Sinne eines persönlichen Bedenkens des Textes.
In der dritten Phase, der oratio, steht die Frage: „Was lässt der Text mich denken, fühlen, sagen?“ Was gebe  ich Gott im Gebet.
In der vierten Phase, contemplatio, überlassen wir uns im kontemplativen Gebet ganz dem, was Gott uns sagen will.
Am Ende , der actio, nehmen wir ein Bibelwort mit in den Alltag und lassen uns von ihm bewusst begleiten.

Das Wort Gottes ist lebendig und machtvoll, es hat Kraft uns und unser Leben zu verwandeln.

Ulrike Karnel