Die Kirchenfenster der Pfarre Breitenfeld (Teil 2): „Sende deinen Geist aus und alles wird neu“

In unserer Reihe zu den Breitenfelder Kirchenfenster betrachten wir diesmal das mittlere Chorfenster, das direkt hinter dem Hochaltar liegt und daher meist kaum zu sehen ist. Auch das theologische Bildprogramm dieses Fensters dreht sich um die Zahl 7: Hier sind es die sieben Gaben des Hl Geistes, die der Künstler dargestellt hat.

An diesem Fenster sind leider einige Scheiben schon sehr verblasst, so dass der ursprüngliche Eindruck nicht mehr vollständig sichtbar ist.

Den oberen Bildbereich dominiert wieder ein Symbol Gottes, von dem alles Licht und die ganze Dynamik des Bildes ausgeht: Die drei ineinander liegenden Dreiecke zitieren das klassische Motiv der Dreifaltigkeit mit der Sonne bzw. dem „Auge Gottes“ im Zentrum. Die Dreiecke sind eingefasst in drei konzentrische Kreise, in denen wiederum drei mal drei Formen zu sehen sind, die mit etwas Fantasie als Hände gedeutet werden können. Die Darstellung deutet ein Rotieren der Kreise an, womit die Dynamik der göttlichen Dreifaltigkeit angedeutet werden könnte. Dieses Symbol der göttlichen Präsenz ist – wie im benachbarten Schöpfungsfenster – der Ursprung von Lichtstrahlen. Durch die exakte Ost-Ausrichtung der Kirche scheint die aufgehende Sonne am Morgen genau durch dieses Lichtsymbol.

Über die weiteren Felder des Fensters verteilt ergießen sich Flammen (Feuerzungen) und sieben Medaillons, welche die Gaben des Hl. Geistes symbolisieren. Die Flammen verweisen auf das Pfingstereignis (Apg 2).

Als sieben Gaben des Hl. Geistes werden traditionell Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht bezeichnet, von denen sechs dem Buch Jesaja (Kap.11) entnommen sind. Hier werden sie als Eigenschaften des verheißenen Messias beschrieben. Dieser wird vom Geist Gottes, also vom Heiligen Geist, bestärkt. Jesaja nennt sechs Gaben, die paarweise erscheinen und drei unterschiedliche Aspekte beleuchten:

  • Weisheit und Einsicht: Diese Eigenschaften beziehen sich auf die menschlichen Charakterstärken des Königs;
  • Rat und Kraft: Diese Eigenschaften zeichnen die Amtsführung des Königs aus;
  • Erkenntnis und Furcht des Herrn („Gottesfurcht“): Diese Eigenschaften verweisen auf die religiöse Haltung, die Beziehung zu Gott

In späteren Bibelübersetzungen wurde auch eine 7. Gabe, die Frömmigkeit, hinzugefügt, woraus sich in der katholischen Theologie die Lehre von den 7 Gaben des Heiligen Geistes entwickelte.

In der sehr bewegten künstlerischen Darstellung des Fensters wird die Dynamik der „Ausgießung“ der Geistesgaben zum Ausdruck gebracht: Der Heilige Geist wirkt nicht nur im Messias, sondern in jedem Menschen, der an Gott glaubt und sein Leben so gestaltet, dass Gott darin einen zentralen Platz einnehmen kann. Da wir nicht unfehlbar und perfekt sind, können wir nicht aus eigener Kraft zu Gott gelangen, sondern wir können darauf vertrauen, dass er uns dabei stärkt. Daher glauben wir, dass der Heilige Geist eine Verbindung zwischen uns und Gott ist und uns dauerhaft mit Eigenschaften ausstattet, die unsere Persönlichkeit im positiven Sinne verändern. Diese Eigenschaften, die uns prägen und uns bekräftigen, nennen wir „Gaben des Geistes“.

Näheres zu den (sieben) Geistesgaben kann hier nachgelesen werden: https://www.erzdioezese-wien.at/7-gaben-des-heiligen-geistes

Das „Hl. Geist“- oder „Pfingstfenster“ passt thematisch gut in die 50tägige Osterzeit, in der wir besonders die Gaben des Hl. Geistes erbitten. Vielleicht ist die abstrakte Darstellung als Einladung zu verstehen, darüber nachzudenken, welche Gaben mir gegeben wurden bzw. welche mir und uns als Gemeinschaft fehlen. Im Gebet um den Hl. Geist bitten wir um Stärkung der vorhandenen Gaben und auch um die Ergänzung dessen, was uns noch fehlt. Hier kann auf den Apostel Paulus (1 Kor 12) verwiesen werden, der einerseits eine Vielzahl verschiedener Geistbegabungen aufzählt, zugleich aber immer die ganze Gemeinde als Trägerin der Geistesgaben (Charismen) deutet: Erst in der Gemeinschaft aller Glaubenden ist die Fülle der Gnadengaben vorhanden und wirksam.

Das Modell der charismatischen Funktionen bei Paulus basiert auf einer theologischen Deutung, die menschliche Begabungen und Gottes Geist verbindet. Es knüpft an den natürlichen Fähigkeiten und Begabungen der Christen an, erkennt darin aber zugleich das Gemeinde bildende, eine neue Lebenswirklichkeit schaffende Wirken des göttlichen Geistes. Charismen sind das, was der oder die Einzelne kann und in das Leben der Gemeinde einbringt.

Dabei sind die Begabungen nicht Selbstzweck. Daher führt Paulus ein Regulativ für das Verständnis der Charismen ein: den Gemeinschaftsbezug. Alle Charismen müssen sich am Kriterium des „Nutzens“ für die anderen, für die Gemeinschaft messen (1 Kor 12,7) und haben dem „Aufbau der Gemeinde“ zu dienen (14,5.12).

Ein letzter Aspekt zum Breitenfelder „Pfingstfenster“:
Das Licht der im Osten aufgehenden Sonne strahlt durch das Fenster und – bedingt durch die Architektur der Kirche – quasi durch den Hochaltar und den Hauptaltar („Volksaltar“) der Kirche in die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde hinein. Die Gemeinde der Glaubenden ist letztlich Trägerin der Geistesgaben und bittet gleichzeitig immer um die Erneuerung: „Sende deinen Geist aus und alles wird neu“.

(Gregor Jansen, April 2020)

Hier geht es zum dritten Teil:
http://www.breitenfeld.info/die-kirchenfenster-der-pfarre-breitenfeld-teil-3-die-sakramente-christus-in-der-kelter/

Betrachtungen zu den Kirchenfenstern der Breitenfelder Kirche – Teil 1: Die 7 Tage der Schöpfung

Nach der Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg wurden die Fensteröffnungen provisorisch mit einfarbigem Glas verschlossen. Rechtzeitig zur 60-Jahr-Feier 1958 konnten neue Kirchenfenster installiert werden, die – wie auch ihre Vorgänger – ausschließlich durch Spenden finanziert wurden. Die vom ungarischen Künstler Franz Deéd (1923-1983) geschaffenen Motivfenster wurden in Grisailletechnik ausschließlich in Grau, Weiß und Schwarz ausgeführt.

Die Fenster des Kirchenschiffs zeigen Darstellungen von Heiligen, die Motivfenster des Querschiffs zeigen Szenen aus dem Leben des hl. Franz von Assisi und des hl. Franz Xaver. Die drei Chorfenster haben ein theologisches Bildprogramm, das sich jeweils um die Zahl 7 dreht.

Das linke Chorfenster stellt die sieben Tage der Schöpfung dar:

Die Schöpfungshand Gottes wird zentral im oberen Rund segnend dargestellt, von ihr geht alles Leben aus. Sie ist umgeben von den „Lichtern am Himmel“ Sonne, Mond und Sternen. Der biblische Schöpfungshymnus Gen 1,1 – 2,4a (die erste Lesung in der Feier der Osternacht) teilt die Schöpfung in sechs Tage ein. Der siebte Tag ist der Ruhetag (Schabbat), der die Schöpfung krönt und vollendet.

Der Geist Gottes (symbolisiert durch die Hand) schwebt von Anbeginn über dem Wasser. Das erste Schöpferwort Gottes „Es werde Licht“ führt vom Chaos der Urflut in die Ordnung des Kosmos. In der Darstellung geht alles Licht von der Schöpferhand Gottes aus.

In vielen Aspekten stellt der priesterschriftliche Schöpfungshymnus ein Gegenmodell zu den Religionen anderer Völker dar: Während dort Sonne, Mond und Sterne als eigene Gottheiten verehrt werden, sind sie in der Bibel nur „Lichter“, die der Schöpfer am Himmelsgewölbe befestigt. Ihre Funktion ist dienend: Mit ihrer Hilfe können Jahre und Festzeiten bestimmt werden.
Ähnliches gilt auch für die Tiere, die etwa in Ägypten mit Gottheiten verbunden wurden. Alles Leben wird von Gott ins Leben gerufen. Die vielen Details des Fensters zeigen die Vielfalt der Schöpfung: Pflanzen, Tiere des Wassers, des Landes und der Luft.

Im Zentrum steht ein Baum, neben dem der Mensch „als Abbild Gottes“, „männlich und weiblich“ dargestellt ist (Gen 1,26-27). Beide Menschen sind gleich an Würde geschaffen (Gen 1,27), sie erheben beide ihre Hand lobend zu Gott. Nur von ihnen wird gesagt, dass Gott sie segnet, aber sie haben als Teil der Schöpfung auch den besonderen Auftrag, sie zu bewahren und zu pflegen.

Auch, wenn wir mit dem Baum vielleicht eher die Geschichte des Sündenfalls verbinden, scheint der Künstler hier den Baum des Lebens (Gen 2,9) darzustellen, der buchstäblich in den Himmel wächst. Bemerkenswert ist, dass der Künstler die Schlange, die später beim Sündenfall als Personifikation des Bösen auftritt, nicht prominent darstellt (nur im Wasser ist eine Schlange oder ein schlangenförmiger Fisch zu erahnen). Das Böse ist noch nicht eingedrungen, die Menschen schämen sich noch nicht ihrer Nacktheit und müssen sich noch nicht vor Gott verstecken. Die Darstellung zeigt also die Harmonie der Schöpfung, in der sich Mensch und Natur vor dem Verlust des Paradieses befinden: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.“ (Gen 1,31)

(Gregor Jansen, April 2020)

Hier geht es zum zweiten Teil

Anregungen für den Palmsonntag

Aufgrund der bestehenden Ausgangsbeschränkungen können wir den Palmsonntag (wie die ganze Karwoche und Ostern) nicht in der gewohnten Form feiern.
Das betrifft nicht nur die Messe, sondern auch die Segnung der Palmzweige und die Palmprozession, die wir in anderen Jahren immer am Bennoplatz begonnen haben.

Wir sind eingeladen, die Palmzweige im Rahmen eines Gottesdienstes zu Hause zu segnen. Die Gottesdienstvorlagen für den Palmsonntag und die Karwoche sind hier zu finden: https://www.netzwerk-gottesdienst.at

In der Messe um 9:30 werden zudem 100 Palmzweige gesegnet, die danach in der Kirche aufliegen und bei einem Kirchenbesuch (allein bzw. mit den Mitbewohnern) mitgenommen werden können. Bitte beachtet dabei die vorgeschriebenen Regeln und den Mindestabstand zu anderen Personen und denkt daran, dass auch nach euch noch andere einen Palmzweig mitnehmen wollen.

Danke für Euer Verständnis und ein herzliches Vergelt’s Gott dem Spender der Palmzweige!

„Wärest du hier gewesen“ – Gedanken zum Evangelium am 5. Fastensonntag

Die Texte zum heutigen Sonntag finden Sie hier:
https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-29&file=fastenzeit%2Fwoche5%2FSonntagA.htm

„Der, den du liebst, er ist krank“

Viele Menschen sind jetzt krank. Erkrankt an dem Virus, das die Welt in der Pandemie im Griff hält. Tausende sterben. Viele haben Angst, selbst zu erkranken, oder leben in Angst um liebe Menschen.
Und viele sterben einsam, weil niemand in ihren letzten Stunden zu ihnen darf.
Lässt Gott das alles zu?
„Warum bist du nicht da?“ fragen viele Menschen, frage ich.

Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“

Zwei Mal hören wir diesen Satz im heutigen Evangelium, beide Schwestern – erst Marta, dann Maria – sagen ihn zu Jesus.
Ich habe diesen Satz bisher meist als einen Vorwurf verstanden, im Sinne von: „Warum warst du nicht da, als wir dich gebraucht haben?“.
Aber das steht dort nicht.
Heute lese und höre ich diesen Satz nicht mit dem (vielleicht von mir vorschnell unterstellten) vorwurfsvollen Unterton, sondern als Bekenntnis: Du hättest den Tod des Lazarus verhindern können, hättest ihn heilen können, wenn du da gewesen wärest. Aber auch jetzt glaube ich.
Kein Vorwurf, sondern ein Bekenntnis mitten in der Trauer um den verstorbenen Bruder.

„Ja, Herr, ich glaube“

Marta spricht diesen Satz aus, der mir unter die Haut geht. Ich denke an die Familien unserer Pfarre, die in den letzten Wochen den so frühen Tod von geliebten Menschen erleben mussten. Vermögen wir angesichts von Krankheit und Tod das Wort der trauernden Schwester Marta zu sprechen?
Ich verstehe das Leid nicht. Ich kann und will es nicht akzeptieren. Es kann nicht der Wille Gottes sein, dass Menschen leiden und (viel zu früh) sterben.
„Hätte er nicht verhindern können, dass dieser/diese starb?“ fragen nicht nur die Menschen, die Maria und Marta in ihrer Trauer begleiten.
Sprachlos und wortlos stehe ich da. Und wohl auch trost-los.
Der Papst hat in seiner Meditation am Freitag von der „ohrenbetäubenden Stille“ gesprochen, die jetzt die Welt erfüllt. „Es ist Abend geworden“. Dunkel.

„Ich bin die Auferstehung und das Leben“

Kann ich an dieses Wort Jesu glauben?
Ob ich es kann, weiß ich nicht.
Aber ich will daran glauben, mich daran festhalten.
Herr, hilf!

(Gregor Jansen)

Fürbittgebet zum 5. Fastensonntag

Herr, mit dem Ruf an Lazarus „Komm heraus“ willst Du auch uns herausholen aus Ängsten und lähmenden  Depressionen. Ungewohnt groß ist die scheinbar räumliche Distanz unter uns und zu Dir!

Im Vertrauen, dass Du jetzt auf unsere Rufe hörst, wollen wir uns der Realität der jetzigen weltweit für Mensch und Tier lebensbedrohlichen Situation stellen und für alle beten, die sich für die Aufrechterhaltung von gesunden Lebensbedingungen einsetzen und auch ihr eigenes Leben riskieren.
Mögen sie auf die Fürsprache Deiner Mutter und unserer bei Dir schon angekommenen Geschwister Schutz und Hilfe erfahren.

Herr, lass uns erkennen, dass Du auch unseren kleinen Schritten, unseren Bemühungen um Recht und Gerechtigkeit weiteren Raum schaffst durch deine weitaus größere Gerechtigkeit in barmherziger Liebe.

Gib, dass wir und alle für unser aller Wohl Verantwortlichen lernen, einander geduldig zu ermuntern und nicht aufhören, beharrlich auch kleine Schritte zu setzen, in der zuversichtlichen Hoffnung unter Deiner Begleitung unser Ziel zu erreichen!
Mögen wir durch Christus in Dir Deine barmherzige Liebe endgültig erfahren!

Amen.

(verfasst von Ingrid Melichar)

Gottesdienste in den Medien – zum Mitbeten und Mitfeiern

Radio

Sender, Frequenz Wochentag Uhrzeit

 

Ö2

Radio Wien 89,9 / 95,3 / 91,3

wien.orf.at

Radio NÖ 91,5 / 97,9

noe.orf.at

So 10:00
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa

 

 

Radio Klassik Stephansdom

107,3

radioklassik.at

So 10:15
Mo 12:00
Di 12:00
Mi 12:00
Do 12:00
Fr 12:00
Sa 12:00

 

 

Radio Maria Österreich
Wien 99,5

radiomaria.at

So 10:00
Mo   8:00
Di   8:00
Mi   8:00
Do   8:00
Fr   8:00
Sa

 

Fernsehen

 

 

ORF III

tv.orf.at/orfdrei

So 10:00
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa

 

 

Internet                            Radio

 

 

Radio Maria Südtirol

https://radiomaria.bz.it/live-hoeren/

So 10:00
Mo   8:00
Di   8:00
Mi   8:00
Do   8:00
Fr   8:00
Sa   8:00

 

 

Radio Horeb

horeb.org

 

So 10:30
Mo   9:00
Di   9:00
Mi   9:00
Do   9:00
Fr   9:00
Sa   9:00

 

 

Internet                            Video

Breitenfelder KinderWortGottesDienste  für jeden Sonntag
http://breitenfeld.info/kinderkirche/

 

missio.at

So 12:00
Mo 12:00
Di 12:00
Mi 12:00
Do 12:00
Fr 12:00
Sa 12:00

 

 

Hl. Messe mit Papst Franziskus

vaticannews.va

 

italienisch mit deutscher Übersetzung

 

So 7:00
Mo 7:00
Di 7:00
Mi 7:00
Do 7:00
Fr 7:00
Sa 7:00

 

 

EWTN

ewtn.de

täglich 14:00 Hl. Messe in engl. Sprache

 

Franziskanerklarissinnen

So 10:00
Mo   8:00
Di   8:00
Mi   8:00
Do   8:00
Fr   8:00
Sa   8:00

 

 

bibeltv.de

katholisch.de

domradio.de

So 10:00
Mo   8:00
Di   8:00
Mi   8:00
Do   8:00
Fr   8:00
Sa   8:00

Internet                            Texte

 

 

Gottesdienstvorlage zum Sonntag mit Denkanstößen

Gottesdienst zu Hause

erzdioezese-wien.at

-> Netzwerk Gottesdienst -> Gottesdienst zu Hause

eine PDF-Datei mit Denkanstößen zum Evangelium

 

 

 

Lesungen + kurze Betrachtung

Vienna International Religious Center

virc.at

-> virc-> messtexte -> aktuell

 

 

 

Bilder zum Martinsfest 2019

Am 11. November feierten wir das traditionelle Martinsfest mit dem Kindergarten erstmals in einem etwas größeren Rahmen. Nach dem Start im Hamerlingpark gingen wir als Laternenzug, der vom hl. Martin hoch zu Pferd angeführt wurde, über die Albertgasse und Florianigasse zum Bennoplatz. Dort begegnete Martin dem Bettler, mit dem er den Mantel teilte.
Danach ging es weiter zum Uhlplatz, wo sich Martin entschloss, nicht mehr Soldat sein zu wollen. Er stieg vom Pferd, legte Schwert und Soldatenrüstung ab und ließ sich taufen. Später machte ihn dasVolk von Tours zu ihrem Bischof.
Am Uhlplatz gab es für alle Kinder Martinskipferl und Punsch für alle.
Danke dem Pfarrkindergarten Breitenfeld und der Pfadfinder-Fanfare, die uns musikalisch auf dem Weg begleitet hat!

Ab 30. Juni: Eine gemeinsame Feier am Sonntagmorgen um 9:30 Uhr

Der Pfarrgemeinderat hat auf Vorschlag des Liturgieausschusses nach intensiver Beratung den Beschluss gefasst, dass wir in der Pfarre Breitenfeld künftig eine Sonntagsmesse am Vormittag mit der Beginnzeit 9:30 Uhr feiern werden. Davon unberührt bleiben die Messen am Samstag- und Sonntagabend sowie die Messe der indischen Gemeinde um 11:30 Uhr.

Welche Gründe haben zu dieser Entscheidung geführt?
1. Im 2017 beschlossenen Pastoralkonzept wird zum Punkt „Gemeinschaft“ festgehalten: „Wir sehen Gemeinschaft als wesentliche Grundlage des Christseins. Gelebtes Miteinander und das Übernehmen von Verantwortung verbinden Menschen mit der Pfarre und mit der großen Gemeinschaft der Kirche“. Zum Erleben der Gemeinschaft gehört es auch, dass wir die zentrale Feier der Woche, den Sonntagsgottesdienst, gemeinsam feiern und im Anschluss daran zB. im Pfarrcafé die Möglichkeit zur Begegnung nutzen.
In Zeiten geringer werdender Zahlen von Mitfeiernden ist es gut, einander zu begegnen und zu unterstützen.
2. Es ist auch bisher schon vorgekommen, dass zu besonderen Anlässen (wie Pfarrfest, Fran-ziskusfest …) die Frühmesse entfallen ist. Bei organisatorisch aufwändigen Messen (zB.mit Chor- oder Bandgestaltung) musste die Messe um 8:30 mehrfach in die Marienkapelle ausweichen. Und auch die nachfolgende Messe der indischen Gemeinde um 11:30 wurde durch notwendige Abbau-Arbeiten in Mitleidenschaft gezogen. Ein Gottesdienst um 9:30 führt zu entspannteren zeitlichen und organisatorischen Abläufen der überwiegend ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.
3. Die Erfahrung an den Sonntagen in den Sommerferien und an den Einzelfeiertagen zeigt, dass eine gemeinsame Feier am Sonntagvormittag von vielen als sinnvoll erfahren wurde. Und wir bieten weiterhin Sonntagsmessen an zwei Tagen und zu zwei verschiedenen Tageszeiten an, so dass auch künftig eine gute Auswahlmöglichkeit bleibt.

Im Sinne der Kontinuität wird die Beginnzeit der Sonntag-Vormittagsmesse schon mit Beginn der Sommerferien auf 9:30 (Sommerordnung war bisher 9:00) verlegt.

Wir bitten Sie und euch, dieser Neuordnung mit grundsätzlicher Aufgeschlossenheit zu be-gegnen – im Wissen darum, dass eine Änderung und Reduzierung der Gottesdienstzeiten immer eine Umstellung alter und liebgewonnener Gewohnheiten mit sich bringt. Daher dan-ken wir für Euer Verständnis!

Für den Pfarrgemeinderat:
                                         Gregor Jansen                                                       Simone Exner
                                       Pfarrmoderator                                              stv. PGR-Vorsitzende

bibliolog was ist das ?

Bibliolog  ist ein methodisch strukturierter Weg gemeinsam die Botschaft eines Bibeltextes, bereichert durch unsere heutige Erfahrung, als hilfreich für das eigene Leben zu entdecken.

Dieser besondere bibeldidaktische Zugang ist für alle Menschen unabhängig von Religion, persönlichem Glauben oder biblischen Kenntnissen geeignet. Jeder kann daran teilnehmen, ohne Voraussetzung, ohne Vorkenntnisse oder gläubig sein zu müssen.
Der Bibliolog baut darauf auf, dass sich die menschlichen Grunderfahrungen, damals wie heute kaum unterscheiden.
Der Dialog zwischen dem erfahrenen Wort Gottes  und persönlicher Erfahrung ermöglicht die Erschließung des Textes und beschert den Teilnehmenden  neue Blickwinkel und Einsichten und auf jeden Fall eine bereichernde Begegnung mit der Bibel.

Wie geht das vor sich?
Dabei begeben wir uns  in die geschilderte Situation und versetzen uns gedanklich nach einander in verschiedene Personen oder Rollen. Der Dialog entsteht, indem wir für die Person / Rolle sprechen und deren Lebenserfahrungen mitteilen und Bedürfnisse und Gefühle der biblischen Person aussprechen. Auf diese Weise bietet Bibliolog einen lebendigen und spannenden Zugang zu Lebensthemen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Bibliolog darf als ein eigener hermeneutischer Zugang zum Bibeltext, der eine spirituelle Dimension einschließt, gesehen werden.

„Bibliolog lebt vom Vertrauen, dass das unverfügbare göttliche Geheimnis sich in der Interaktion von Person, Text und Gruppe offenbart. Den Teilnehmenden wird die Auslegungskompetenz der Heiligen Schrift zugetraut und bewusst in die Hände gelegt. Bibliologische Prozesse beinhalten nicht nur individuelle spirituelle Prozesse für die Einzelnen. Im Bibliolog werden Gemeinschaften zu „Erinnerungsgemeinschaften“.“[1]

 

Der Bibliolog wird angeleitet und ist klar strukturiert. Die Vorgehensweise und Spielregeln werden am Beginn vorgestellt, besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf den respektvollen und wertschätzenden Umgang mit dem Wort gelegt – Das gehörte Wort, Gottes Wort, und das gesprochene Wort, das die Teilnehmer der befragten Rolle des Bibeltextes verleihen. 
Die gedankliche Reise in ein anderes Zeitalter, das emphatische Eintauchen in die Lebenswelt der Menschen anderer Kulturen und Zeitalter, die Rollenidentifikation und die Wortmeldungen aus der Rolle lassen das Bibelgeschehen lebendig werden, ja mehr noch, man hat das Gefühl dabei zu sein. Die kreativen Impulse und unterschiedlichen Zugänge bleiben nebeneinander stehen , es gibt keine einheitliche Botschaft  oder Interpretation am Ende.

Die Aufgabe der BibliologIn beinhaltet die Moderation und eine behutsame Führung in der Begegnung mit dem Bibeltext. Der/die ModeratorIn verfügt dazu über die Ausbildung zur BibliologleiterIn und eine fundierte theologische Bildung. 

Die aufbauende und fröhliche Grundstimmung und das gemeinsam Erlebte sind ein Geschenk. Die zukünftige Wahrnehmung der Texte ändert sich und die Hl. Messe wird um eine Dimension reicher. Die gemeinsam gemachte Erfahrung  im Bibliolog schweißt die Teilnehmer der gegenwärtigen Zeit mit den biblischen Personen zusammen, schafft Gemeinschaft über Jahrhunderte hinweg. Diese Erfahrung  bestärkt und hilft uns , um uns für ein gutes Leben einzusetzen.

Ulrike Karnel
Bibliologleiterin des europäischen Netzwerks Bibliolog, 
KH Seelsorgerin, Erwachsenen und Jugendpastoral

https://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/14431715/informationenueber/bibliodramabibliolog

[1] Pastoralamt der Erzdiözese Wien, Aigner Maria Elisabeth, Was ist Bibliolog?. URL:https://www.erzdioezese-wien.at/pages/inst/14431715/informationenueber/bibliodramabibliolog/wasistbibliodramawasistbi [Abruf 28.09.2017]

lectio divina Information

Das betrachtende und betende Lesen der Bibel ist seit dem frühen Christentum bekannt.

Der vierstufige Weg der geistlichen Schriftlesung wurde dann vor allem in den Klöstern praktiziert und ausgeformt. Seit dem 2. Vatikanum ( siehe Dei Verbum) erfährt die ganzheitliche Bibellektüre wieder mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit. Mit den Jahren wurden Methoden entwickelt, die es sowohl dem Einzelnen, wie auch Gemeinden und Gruppen ermöglichen einen meditativen Zugang zur Bibel, in Art und Weise der „lectio divina“, zu erlangen.

Die interpretationsfreie Auseinandersetzung mit dem Text und seinen Hintergründen und das betrachtende Lesen brauchen ausreichend Zeit. Das Sprechen weicht dem aufmerksamen Lesen und Hören des Wortes, dem Bedenken und dem Ruhen im Wort. Wie jedes gute Gespräch, so nehmen wir uns hier Zeit für die Begegnung mit Gott.
Die betrachtende Lesung, die lectio divina, kann die Worte der Bibel zur lebendigen Quelle unserer Gottesbeziehung werden lassen.
Der Ablauf erfolgt in etwa wie folgt, wobei die einzelnen Schritte ineinander fließen.

Anfangs  zur lectio wird der Text gelesen und objektiv betrachtet um im gemeinsamen Austausch  zum rechten Textverständnis zu kommen.
Darauf folgt die meditatio, im Sinne eines persönlichen Bedenkens des Textes.
In der dritten Phase, der oratio, steht die Frage: „Was lässt der Text mich denken, fühlen, sagen?“ Was gebe  ich Gott im Gebet.
In der vierten Phase, contemplatio, überlassen wir uns im kontemplativen Gebet ganz dem, was Gott uns sagen will.
Am Ende , der actio, nehmen wir ein Bibelwort mit in den Alltag und lassen uns von ihm bewusst begleiten.

Das Wort Gottes ist lebendig und machtvoll, es hat Kraft uns und unser Leben zu verwandeln.

Ulrike Karnel

 

 

 

 

Bestellung zum Dechanten

Mit Wirkung vom 1. Juli hat mich unser Erzbischof nach erfolgter Wahl durch die Dekanatsversammlung für fünf Jahre zum Dechanten des Stadtdekanats 8/9 ernannt. Ich folge Pfarrer Wolfgang Kaes (Lichtental) nach, der diese Funktion in den letzten zehn Jahren in seiner unaufgeregten und ausgleichenden Art wahrgenommen hat.

Die Aufgabenbereiche des Dechanten werden wie folgt definiert:
„Die Dechanten arbeiten im Auftrag des Bischofs. Sie sind Vorsteher der Priester mehrerer Pfarren, die in der Ebene „Dekanat“ zusammengeschlossen sind. Ihnen ist damit die Sorge für alle Verantwortlichen im Dekanat übertragen, indem sie die Fähigkeiten und Charismen zur Entfaltung des Einzelnen und zum Wachstum der Kirche unterstützen sowie eine gemeinsame Arbeitsplanung fördern. Sie haben auf die Einhaltung der kirchlichen Vorschriften zu achten und sind neben verschiedenen Verwaltungsarbeiten gerufen, für die ihm Anvertrauten zu beten.“
(erzdioezese-wien.at)

Das Dekanat 8/9 umfasst sieben Pfarren:

Vier Pfarren sind sog. „Diözesanpfarren“, die anderen drei werden durch Ordensgemeinschaften betreut. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Ordensniederlassungen im Gebiet des Dekanats.

Durch die Größe der Pfarren überschreitet das Dekanat in mehrere Richtungen die Bezirksgrenzen der Josefstadt und Alservorstadt: Nicht nur unsere Pfarre Breitenfeld hat große Teile ihres Gebiets in den Bezirken 16, 17 und 18, auch die Pfarre Canisius hat ein Stück ihres Pfarrgebiets im 18. Bezirk und das Gebiet der Votivkirche umfasst Teile des ersten Bezirks zwischen 2er-Linie und Ringstraße vom Parlament bis zum Donaukanal.

Das Dekanat ist durch eine große Vielfalt geprägt: Neben dem AKH gibt es eine Vielzahl an Spitälern und sozialen Einrichtungen, die Universitäten (z.B. Hauptuni, MedUni), aber auch das gemeinsame Priesterseminar der Diözesen Eisenstadt, St. Pölten und Wien ist hier zu finden.

Alle Dechanten des Vikariats Stadt treffen sich regelmäßig zu Dechantenkonferenzen, bei denen sie den Bischofsvikar und die Diözesanleitung beraten und so eine Teilverantwortung für die Diözese wahrnehmen. Parallel dazu gibt es den pastoralen Vikariatsrat, der sich aus VertreterInnen der Dekanate zusammensetzt, die von den stv. PGR-Vorsitzenden gewählt werden.

Ich freue mich auf die neue Aufgabe, die meinen Blickwinkel über die Pfarre und den Entwicklungsraum hinaus weiten wird, in der ich meinem Vor-Vorgänger Prälat Elmar Mayer nachfolge, der bis 2008 Dechant war.

Bitte begleitet meine künftig erweiterte Arbeit mit eurem Gebet!

Gregor Jansen